Berlin - Der jüdische Fußball-Club TuS Makkabi hat gegen das Urteil des BFV-Sportgerichtes im Zusammenhang mit dem abgebrochenen Skandalspiel in der Berliner Kreisliga bei der VSG Altglienicke II Berufung eingelegt.
Der Spielabbruch sorgte bundesweit für Aufsehen, weil die Mannschaft von Makkabi am 26. September wegen angeblicher antisemitischer Sprüche und Gesänge aus dem Zuschauerbereich nach 78 Minuten das Spielfeld verlassen hatten. Der Schiedsrichter, der inzwischen vom Sportgericht aus dem Berliner Fußball-Verband (BFV) ausgeschlossen wurde, war nicht eingeschritten.
Die vom Sportgericht beschlossenen Sanktionen und Maßnahmen erscheinen uns in keiner Weise geeignet, vor dem Hintergrund der Zunahme der Gewalt und rassistischer Schmähungen in den deutschen Stadien und auf den Berliner Fußballplätzen, ein deutliches Signal gegen Intoleranz zu setzen, begründete Makkabi die Berufung. Das Sportgericht habe in seiner Urteilsbegründung zweifelsfrei festgestellt, dass das Spiel unter irregulären, menschenverachtenden Bedingungen begonnen und bis zur 78. Minute stattgefunden habe.
Mit dem Urteil sei TuS Makkabi zudem in finanzieller Hinsicht benachteiligt worden, weil die Verfahrenskosten geteilt wurden. Auch Altglienicke legte Berufung ein, der Fall geht jetzt an das Verbandsgericht. Ich werde darauf drängen, dass die Sache zeitnah behandelt wird, sagte BFV-Präsident Bernd Schultz der dpa. Innerhalb des Berliner Verbandes gibt es dann keine weitere Berufungs-Möglichkeit. Allerdings könnte sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) von sich aus einschalten.
Das BFV-Sportgericht hat das abgebrochene Spiel auf neutralem Platz neu angesetzt, Altglienicke muss zwei Heimspiele ohne Zuschauer austragen und in jedem Heimspiel fünf gekennzeichnete Ordner stellen. Dazu erhielten die im Spielformular aufgeführten 14 Spieler, die Trainer und Betreuer von Altglienicke die Auflage, auf teilweise eigene Kosten an einem Anti-Rassismus-Seminar teilzunehmen. Der Spieler Georgi Aidinjan (TuS Makkabi) wurde wegen Schiedsrichter-Beleidigung für zwei Pflichtspiele gesperrt.
Wir hätten uns gewünscht, dass der Berliner Fußball-Verband im Laufe der Berufungsfrist hierzu eindeutig Stellung bezogen und von sich aus Berufung einlegt hätte, bemerkte Makkabi. BFV-Präsident Schultz selbst hatte sich in einigen Punkten ein härteres Urteil vorstellen können. Der Verbands-Vorstand allerdings sprach sich mehrheitlich gegen eine Berufung aus.
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