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Bremer kontern Münchner Kampfansagen | 2006-11-08


Nürnberg - Nachdem die sportliche Antwort auf die Kampfansagen aus München souverän gegeben war, gönnte sich Klaus Allofs noch einen verbalen Seitenhieb.

Werder Bremen hat in den letzten Wochen viel Boden an Renommee gutgemacht und wird anders wahrgenommen. Das stört die Bayern, erwiderte Bremens Geschäftsführer nach dem 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg auf die Attacken von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß. Dieser hatte die Bremer nach deren Remis gegen Cottbus als Verlierer des Wochenendes bezeichnet - und für Allofs die Rivalität zwischen den Bundesliga- Spitzenclubs neu angeheizt: Der Psychokrieg, die kleinen Sticheleien beginnen.

Dabei sieht Club-Coach Hans Meyer, dessen Jubiläum beim 250. Spiel als Profitrainer im deutschen Fußball mit der neunten sieglosen Partie in Serie verdorben wurde, die Bremer eindeutig im Vorteil. Werder ist die momentane Überfliegermannschaft im deutschen Fußball, sagte Meyer, der seiner über weite Strecken gleichwertigen Elf keinen Vorwurf machen wollte: Wenn wir gegen den souveränen Spitzenreiter so auftreten, sehe ich das positiv. Aber unseren glänzenden Start haben wir längst aufgezehrt.

In Nürnberg reichten den grippegeschwächten Bremern zwei Genie-Streiche, um den vierten Auswärtssieg der Saison zu feiern und die Tabellenspitze zu verteidigen. Erst ließ Nationalspieler Torsten Frings (32.) Club-Keeper Raphael Schäfer mit einem platzierten Fernschuss keine Chance, dann traf der herausragende Brasilianer Diego (79.) mit einem herrlichen Freistoß. Es ist sehr wichtig, dass man auch solche Siege über Einzelaktionen einfährt, kommentierte Werder-Coach Thomas Schaaf den Arbeitssieg. Ivica Banovic traf in der Nachspielzeit per Elfmeter für die Franken.

Nach den zauberhaften Gala-Auftritten in Bochum und Mainz mit jeweils sechs Treffern agierte Werder vor 37 174 Zuschauern im Stile eines gereiften, abgebrühten Spitzenteams. Hinten ließen Per Mertesacker und Naldo wenig zu, vorne machte die Offensive um Diego aus eineinhalb Chancen zwei Tore, wie Meyer treffend analysierte. Das war ein Spiel, in dem wir nicht brillieren konnten, sondern eiskalt sein mussten, sagte Frings, der an seine Ex-Kollegen aus München einen selbstbewussten Gruß richtete: Wir können Meister werden, das liegt am Ende nur an uns selbst.

Die Nürnberger sind nach der ersten Heimniederlage der Saison und dem Abrutschen in die untere Tabellenhälfte hingegen weitaus weniger zuversichtlich. Wir werden immer nach hinten schauen, sagte Club- Manger Martin Bader, der zuletzt die Gier nach dem Siegtor vermisste. Auch gegen Bremen ließen vor allem die beiden Slowaken Robert Vittek und Marek Mintal beste Chancen ungenutzt. Kapitän Schäfer wollte von einer Krise dennoch nichts wissen: Ich glaube, nicht dass es bei uns einen Negativtrend gibt. Es war vielleicht vermessen, nach dem guten Start von Höherem zu träumen.


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