Berlin - Die Heißsporne Mario Gomez und Stefan Kießling müssen auf 2007 warten: Joachim Löw hält beim letzten Länderspiel des Jahres an Jan Schlaudraff fest und holt nach fünfmonatiger Pause WM-Teilnehmer Per Mertesacker zurück.
Da wir nur zwei Trainingseinheiten absolvieren und relativ kurz zusammen sein werden, habe ich mich für einen kleineren Kader und gegen die Nominierung von neuen Spielern entschieden, kommentierte der Bundestrainer die Benennung seines 19-köpfigen Aufgebots für das EM-Qualifikationsspiel am 15. November in Zypern. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft liegt derzeit in der Gruppe D mit der Maximalpunktzahl von 9 einen Zähler hinter Tschechien, das schon ein Spiel mehr absolviert hat.
Neben den Langzeitverletzten Tim Borowski, Gerald Asamoah, Marcell Jansen, Christoph Metzelder, Sebastian Kehl und Lukas Podolski muss Löw im G.S.P.-Stadion von Nikosia auch auf den Wolfsburger Alexander Madlung verzichten, der an einer Entzündung im Fuß leidet. Robert Huth soll erst in England wieder Wettkampfpraxis sammeln. Nach seiner langen Verletzungspause ist er bei Werder immer besser in Tritt gekommen und hat zuletzt in Bundesliga und Champions League wieder auf konstant gutem Niveau gespielt, begründete Löw das Comeback des 22 Jahre alten Mertesacker, der zuletzt im WM-Halbfinale gegen Italien (0:2) für die DFB-Elf gespielt hatte. Danach zwang den Bremer einen Operation an der Ferse zu einer langen Pause.
Allerdings wissen wir, dass der Spieler nach seiner schweren Verletzung noch ein wenig Rückstand hat, sagte der Bundestrainer, der mit Werder-Coach Thomas Schaaf eine entsprechend schonende Trainingsplanung für Mertesacker verabredet hat. Der Innenverteidiger ist das einzige neue Gesicht für das vierte Qualifikationsspiel des deutschen Teams. Ansonsten nominierte Klinsmann-Nachfolger Löw jenes Personal, das schon beim 4:1-Sieg in der Slowakei dabei war. Die Entscheidung ist sinnvoll für den Spieler, sagte Schaaf über die mit Löw getroffene Absprache.
Eine neue Chance als vierter Stürmer bekommt auch der Aachener Schlaudraff, der eine Denkpause bei der Alemannia abgesessen hat. Jan hat die Zeit genutzt, um über ein paar Sachen zu reflektieren. Wenn er einige Punkte annimmt, wird er stärker sein als vorher, berichtete Club-Trainer Michael Frontzeck von einem abschließenden Gespräch. Löw-Assistent Hans-Dieter Flick hatte in Aachen die Interna über die Krise des Jung-Nationalspielers erkundet, die der 23-jährige Stürmer nach seinem Länderspiel-Debüt gegen Georgien (2:0) bekommen hatte. Auch für das Bundesligaspiel der Alemannia gegen Nürnberg steht Schlaudraff wieder im Aufgebot.
Ein abschließender Dreier unter eine beeindruckende Saison im WM-Jahr 2006 ist für Löw Pflicht und Vorgabe zugleich. Allerdings ist sein Team vor allem vom 5:2-Sieg der Zyprer gegen Irland gewarnt. Ich bin wirklich überrascht von der Spielstärke der zypriotischen Mannschaft, die vor allem auch von ihrer Begeisterung lebt. Doch wenn wir so auftreten wie in der Slowakei, werden wir gewinnen, betonte der Bundestrainer, der am Sonntagabend sein Personal im Frankfurter Hotel Villa Kennedy versammelt. Nur bei Verletzungs-Absagen könnten die jungen Nachrücker Gomez und Kießling noch hoffen. Am 13. November reist das Team dann mit einem Charterflieger nach Zypern.
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