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Spitzenreiter Werder Bremen stolpert | 2006-11-11


Bremen - Die Zeit der Zauberei ist endgültig vorbei. Werder Bremen ist ins Straucheln geraten und hat nach zehn ungeschlagenen Pflichtspielen beim 1:3 gegen Borussia-Dortmund wieder eine Niederlage kassiert.

Das darf gegen so eine junge Mannschaft nicht passieren, schimpfte Torwart Tim Wiese: Wir haben die Serie schlechter Spiele fortgesetzt. Bereits in den anderen beiden November-Partien gegen Cottbus (1:1) und in Nürnberg (2:1) hatten die zuvor so beeindruckenden Bremer große Probleme offenbart, vor allem auf den Außenbahnen.

Trotzig reagierte Torsten Frings. Wir haben nach einer starken Serie jetzt mal verloren, sollen wir deshalb die Taschentücher rausholen und in der Kabine heulen, fragte der Nationalspieler grantig und sagte mit Rückblick auf die Galavorstellungen mit Toren wie am Fließband: Wir haben uns davon nicht blenden lassen, und wir können das auch jetzt realistisch einschätzen. Beim verdienten BVB-Sieg durch Treffer von Alexander Frei (7. Minute), Tinga (53.) und Marc-Andre Kruska (85./Foulelfmeter) gelang lediglich der zwischenzeitliche Ausgleich durch Miroslav Klose (29.).

Die Schwierigkeiten sind offensichtlich. Nach den vielen Partien der vergangenen Wochen fehlt einigen Werder-Profis die Kraft für das druckvolle Spiel, mit dem sie sonst die Gegner überrumpeln und zu Fehlern zwingen - was besonders beim jungen Aaron Hunt zu erkennen ist. Vor allem aber auf den Außenbahnen machen sich die Bremer Probleme bemerkbar, weil die Leistungskurve der Verteidiger Clemens Fritz und Pierre Wome nach unten zeigt und im Mittelfeld Ersatzmann Jurica Vranjes das hohe Niveau nicht über 90 Minuten halten kann. Schwaches Zweikampfverhalten monierte Trainer Thomas Schaaf trotz einer Quote von 61 Prozent: Da sieht man, was Statistiken wert sind.

Hoffnungen gibt den Werder-Verantwortlichen die Rückkehr von Christian Schulz und Nationalspieler Tim Borowski, der nach sechs Wochen Pause gegen den BVB seinen ersten Kurzeinsatz hatte. Schaaf versuchte daher Gelassenheit zu demonstrieren: Wir sind nicht so naiv, dass wir glauben, jedes Spiel gewinnen zu können.

Dass es gegen die engagierten Dortmunder nicht reichte, zumindest mit dem forschen Endspurt noch einen Punkt zu holen, lag aber auch am überragenden Roman Weidenfeller. Der in der ersten Halbzeit wenig beschäftigte BVB-Keeper rettete in der stürmischen Schlussphase gleich mehrfach und war bester Mann in einer starken Mannschaft, die trotz eines gefährlich agierenden Christian Wörns meist geschickt verteidigte und schnell konterte. Gegen Mannschaften, die spielen wollen, tun wir uns leichter, kommentierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und forderte zugleich: Jetzt müssen wir auch mal zu Hause gewinnen.

Besonders dem umstrittenen Trainer half der unerwartete Sieg. Das tut mir gut, gab Bert van Marwijk unumwunden zu und konnte sich eine kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: Dass wir ein Team sind, habe ich schon vorher gesagt, aber bei Niederlagen schreibt das keiner auf.


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