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Famose Bayern setzen Zeichen - Schalke nur 1:1 | 2007-08-26


Düsseldorf - Der famose Spitzenreiter FC Bayern München legte in der Fußball-Bundesliga einen Blitzstart hin, doch auch die übrigen Spitzenclubs kommen allmählich aus den Startblöcken.

Titelverteidiger VfB Stuttgart, Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund feierten am dritten Spieltag ihre ersten Saisonerfolge. Ganz oben aber thront nach drei Siegen und 10:0 Toren der mit den Weltstars Luca Toni und Franck Ribéry aufgerüstete Rekordmeister. In die Freude über seinen 250. Bundesligasieg und die erneut berauschende Vorstellung beim 3:0 gegen Hannover 96 mischte sich bei Ottmar Hitzfeld allerdings die Befürchtung, dass die Gegner den Spielfluss zunehmend mit unfairen Mitteln unterbinden wollen.

Die Tendenz war schon im Ligapokal zu sehen, dass ziemlich hart gegen uns eingestiegen wird, sagte der Bayern-Trainer aus Sorge um die Gesundheit seiner Schützlinge. Hitzfeld sprach von brutalen Fouls der 96er, vor allem an Ribéry. Ich habe schon ein bisschen Angst um Franck, ergänzte er am Sonntag und richtete einen Appell an die Schiedsrichter, dass sie ein Auge darauf haben. Stürmer Toni verletzte sich allerdings ohne Einwirkung des Gegners. Bei seinem dritten Saisontor zur 1:0-Führung (28. Minute) zog sich der Italiener eine Zerrung im Oberschenkel zu.

Hinter den Münchnern nehmen überraschend Arminia Bielefeld, der VfL Bochum und Eintracht Frankfurt die nächsten Positionen ein. Frankfurt bezwang den punktlosen Aufsteiger Hansa Rostock durch einen Treffer von Alexander Meier (3.) mit 1:0. In der zweiten Sonntags-Partie bewahrte Halil Altintop den FC Schalke 04 mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 (86.) beim VfL Wolfsburg vor der ersten Niederlage. Bielefeld setzte seinen Höhenflug mit 2:0 gegen Hertha BSC fort, Bochum war mit dem 2:1 gegen den Hamburger SV sogar für 19 Stunden an die Spitze gerückt.

Während Luca Toni in jedem Spiel traf, sind andere Torjäger erst jetzt in den Blickpunkt gerückt. Theofanis Gekas, für Bochum bester Schütze der Vorsaison, beendete seine Durststrecke und setzte mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Leverkusen den Schlusspunkt zum 3:0 gegen den überforderten Aufsteiger Karlsruher SC. Vor dem Spiel auf Schalke fiel Bayer-Coach Michael Skibbe nach den ersten Saisontreffern ein Stein vom Herzen: Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, wären wir auf Wochen nicht da unten weggekommen.

Eine geradezu triumphale Rückkehr in das Meisterteam gelang dem Fußballer des Jahres Mario Gomez. Nach seiner langen Pause wegen einer Muskelverletzung erzielte er bei seinem Comeback gleich den Siegtreffer (34.) für Stuttgart gegen den MSV Duisburg. Es war alles etwas eingerostet nach fünf Wochen auf der Massagebank, sagte der schmerzlich vermisste Nationalstürmer.

Groß war auch die Erleichterung in Dortmund, wo ebenfalls ein Angreifer im Mittelpunkt stand: Diego Klimowicz. Nach seinen ersten beiden schwachen Auftritten im BVB-Dress war der Ex-Wolfsburger von vielen schon als Fehleinkauf abgestempelt worden. Trainer Thomas Doll verpasste dem Argentinier beim 3:0 gegen Energie Cottbus einen Denkzettel, ließ ihn 45 Minuten lang auf der Bank schmoren. Als Joker erfüllte Klimowicz die Erwartungen und führte mit seinen ersten beiden Liga-Toren für den BVB - jeweils nach Vorlage des nicht minder kritisierten Delron Buckley - die Entscheidung herbei.

Während in München, Stuttgart, Leverkusen und Dortmund alte Bekannte trafen, sorgte bei Werder Bremen ein Nobody für Furore. Der 20 Jahre alte Österreicher Martin Harnik kam, sah und siegte. Für den schwachen Markus Rosenberg eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt, setzte Harnik seinem Debüt mit dem 1:0-Siegtor (69.) bei Pokalgewinner 1. FC Nürnberg die Krone auf. Ich wollte es erst nicht glauben. Das ist meine bisher beste Fußball-Woche, sagte Harnik. Erst am Mittwoch hatte er sein Debüt im A-Team Österreichs gefeiert und den 1:1-Ausgleich gegen Tschechien erzielt.

Die bislang größte Überraschung sind aber die noch ungeschlagene Westclubs Bielefeld und Bochum, die wegen ihrer finanziell eingeschränkten Mittel traditionell den Klassenverbleib als Ziel haben. Doch beide mischen die Liga auf. Dass es wohl kaum so bleiben wird, ändert nichts an der guten Arbeit der Trainer Ernst Middendorp und Marcel Koller. Sie haben konkurrenzfähige Mannschaften mit großem Teamgeist geformt. Koller wollte die Tabelle am liebsten fotografieren und übers Bett hängen.


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