Leverkusen - In altbewährter Manier hat der FC Bayern München mit einem Last-Minute-Sieg das Glück erzwungen und prompt die Kampfansage an die Konkurrenz gerichtet.
Wir kommen zurück und sind auf dem Weg, die alten Bayern zu werden, sagte Trainer Felix Magath nach dem in einer turbulenten Schlussphase gesicherten 3:2 (1:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen. Der Bayern-Coach war nach zwei sieglosen Spielen sichtlich erleichtert und dankte seiner Mannschaft ausdrücklich für die großartige Leistung. Aber die Vorlage kam bereits tags zuvor aus dem hohen Norden. Die Bremer Niederlage hat uns natürlich schon sehr geholfen und den Druck genommen, bekannte Magath und belohnte seine Profis mit zwei freien Tagen.
Typisch, wie sein Team binnen drei Minuten in die Erfolgsspur zurückfand: So sind die Bayern. Stechen zu, wenn es richtig wehtut, sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler, der sich zehn Minuten vor Schluss noch als Sieger fühlen durfte. Denn die eingewechselten Stefan Kießling (48. Minute) und Athirson (80.) wandelten mit ihren ersten Saisontreffern den 1:0-Vorsprung der Münchner durch Hasan Salihamidzic (33.) in eine 2:1-Führung um. Doch dann trafen Martin Demichelis per Kopf (83.) und der zuletzt viel kritisierte Claudio Pizarro nach einer feinen Einzelleistung (86.). Das ist auch nicht schlecht, dass Pizarro getroffen hat, kommentierte Magath süffisant.
Der zweite Auswärtssieg der Saison bringt die Bayern, die drei Punkte auf Werder Bremen gut machen konnten, wieder in Position. So schnell geht das. Gestern hätten es neun Punkte Rückstand sein können, heute sind es drei. Das macht wieder Mut, sagte Magath. Eine Woche vor dem Schlagerspiel gegen den VfB Stuttgart konnte sein Team den Hebel rechtzeitig umlegen. Das zeigt, dass wir eine Mannschaft sind und an uns glauben, sagte Philipp Lahm, der 23 Jahre alt wurde. Der Sieg war das beste Geburtstagsgeschenk, sagte er.
Magath hatte eine kleine, aber feine Umstellung im Team vorgenommen. Nationalspieler Bastian Schweinsteiger übernahm erstmals die offensive Mittelfeldrolle direkt hinter den beiden Spitzen Roy Makaay und Pizarro, Salihamidzic (links) und Mark van Bommel (rechts) übten Druck über die Außenpositionen aus. Der Bayern-Coach will sich diese Alternative offen halten: Schweinsteiger kann so noch torgefährlicher werden. Das ist eine Möglichkeit für die Zukunft.
Den von der Clubführung gewünschten Zauberfußball kann der Trainer derzeit allerdings nicht garantieren. Die Spieler gehen schon an die Grenzen ihrer Belastung. Das kann man nicht verlangen. Außerdem gabs doch auch früher bei den Bayern keinen Zauberfußball, erklärte der Coach am Abend im ZDF-Sportstudio.
Bayer musste nicht nur eine schmerzhafte Niederlage, sondern auch das Ende der kleinen Erfolgsserie von sieben Punkten aus drei Spielen hinnehmen. Dennoch ist uns vor der Zukunft nicht bange. Das war doch auch ein Riesenspiel, sagte Völler. Trainer Michael Skibbe hatte die Fehler schnell ausgemacht. Mit der Führung im Rücken haben wir Unsicherheiten gezeigt, die man gegen die Bayern nicht zeigen darf, sagte er. Kapitän Carsten Ramelow sprach gar von einem richtigen Schock. Dennoch sei das Team einen Schritt weiter gekommen. Es war klasse, wie die Mannschaft nach dem 0:1 reagiert hat.
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