Frankfurt/Main - Die Lobeshymnen prasselten von allen Seiten auf sie ein, doch von einer Korrektur ihres Saisonziels wollten Spieler und Verantwortliche von Arminia Bielefeld auch nach dem eindrucksvollen 3:0 (1:0)-Erfolg bei Eintracht Frankfurt nichts wissen.
Wir müssen den Ball flach halten. Man sieht, dass die Bundesliga zur Zeit verrückt spielt. Wir werden unsere Ziele nicht neu definieren, sagte Geschäftsführer Reinhard Saftig. Und auch Trainer Thomas von Hessen sprach lediglich davon, dass wir unseren Zielen wieder ein Stück näher gekommen sind.
Dass die Ostwestfalen nach wie vor lediglich den Klassenverbleib als Saisonziel angeben, hat wohl eher etwas mit Understatement zu tun. Vielleicht können es die Arminen aber auch selbst noch nicht glauben, zu was für einem Team sie sich in den vergangenen Wochen entwickelt haben. Der Auftritt in Frankfurt erinnerte jedenfalls stark an den einer Spitzenmannschaft. Kompakt, ballsicher und zielstrebig im Spiel nach vorne traten die Bielefelder auf. Sicher griff ein Rad ins andere, so dass alle Beobachter nie das Gefühl hatten, der Sieger könnte nicht Arminia Bielefeld heißen.
Das war heute unsere beste Saisonleistung, sagte Rüdiger Kauf. Wir haben verdammt gut gestanden und nicht viel zugelassen. Natürlich macht es im Moment verdammt viel Spaß, ergänzte Torhüter Uwe Hain, der sein Team kurz nach der Pause bei einem Kopfball des Frankfurters Alexander Meier mit einer Glanzparade vor dem Ausgleich bewahrte. Zu diesem Zeitpunkt führte die Arminia durch den fünften Saisontreffer von Artur Wichniarek (26.) mit 1:0.
Nach der Pause und einer kurzen Drangphase der Gastgeber boten die Ostwestfalen Konterfußball aller erster Güte. Nur im Abschluss agierten die Gäste ein wenig fahrlässig, so dass es am Ende nach weiteren Toren von Sibusiso Zuma (62.) und Marcel Ndjeng (84.) nur 3:0 für die Arminia stand. Bei einigen Konterchancen bin ich draußen fast verrückt geworden, kritisierte von Heesen, um dann aber schnell ein großes Kompliment für sein Team hinterher zu schieben. Im ersten Durchgang haben wir taktisch auf verdammt hohem Niveau gespielt.
Damit bauten die Bielefelder unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw ihre Serie auf sieben Spiele ohne Niederlage aus und kletterten nach dem ersten Auswärtssieg der Saison erstmals in der Bundesligageschichte nach einem zwölften Spieltag auf Rang fünf der Tabelle. Die Arminia also ein Kandidat für den UEFA-Cup? Warum sollte das Wort UEFA-Cup bei uns verboten sein? Wir sind gut drauf, verlieren unser eigentliches Ziel aber nicht aus den Augen, sagte Verteidiger Heiko Westermann. Torschütze Zuma wagte noch etwas mehr Mut: Jetzt wollen wir uns mit den besten Mannschaften messen.
Im Lager der Frankfurter Eintracht hakten die Verantwortlichen die erste Heimniederlage der Saison schnell ab. Kein Vorwurf an meine Mannschaft. Ich habe ihr in der Kabine dazu gratuliert, was sie in den vergangenen vier Wochen erreicht hat. Jetzt machen wir zwei Tage frei und bereiten uns dann wieder ganz vernünftig vor, sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel. Auch er konnte die Arena nicht verlassen, ohne von der Arminia zu schwärmen. Beim dritten Tor saß ich auf der Bank und habe es auch genossen. Wir haben heute gegen eine sehr starke Bielefelder Mannschaft verloren.
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