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Wieder Gewalt: Sachsen-Derby vor Abbruch | 2006-11-12


Zwickau - Die Gewalt auf deutschen Fußball-Plätzen ist noch nicht eingedämmt: In der Nordost-Oberliga randalierten Fans beim Spiel zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC - das brisante Sachsen-Derby stand kurz vor dem Abbruch.

Mit Zwickaus Volker Seifert kapitulierte der erste Vereins-Präsident vor der Gewalt. Er legte nach Spielschluss unter Tränen sein Amt nieder, weil ich sowas nicht mittragen kann. Zuvor war es nach dem Oberliga-Spiel VFC Plauen gegen FC Sachsen Leipzig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Leipziger Anhängern und der Polizei gekommen. Es gab Verletzte.

Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatten erst kürzlich mit der Bildung einer Task Force auf zunehmende Ausschreitungen vor allem in unteren Ligen reagiert. Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Hermann Winkler, denkt über eine Beteiligung der Vereine an den Kosten der Polizeieinsätze nach. Der Leipziger Volkszeitung sagte der ehemalige Präsident des Landessportbundes Sachsen: Die Fußballfans müssen sich zusammenreißen, sonst ist eine Übernahme der Kosten für Polizeieinsätze durch die Vereine nicht mehr ausgeschlossen. Woche für Woche werden dem Steuerzahler hunderttausende Euros zugemutet, weil sich einige gewaltbereite Idioten nicht benehmen können. Winkler lässt vom Sächsischen Fußball-Verband und dem Landessportbund ein Konzept gegen Gewalt in den Stadien erarbeiten, das zur Winterpause vorliegen soll.

Nach dem wiederholten Zünden von Rauchbomben und dem Abschuss von Raketen hatte Schiedsrichter Oliver Mattig (Frankfurt/Oder) die Partie in der 70. Minute unterbrochen und beide Mannschaften in die Kabinen geschickt. Die Polizei richtete zwischen den nur durch einen Zaun getrennten Fanblöcke aus Zwickau und Chemnitz einen Sicherheitskordon ein. Nach 15-minütiger Unterbrechung wurde das Spiel in Absprache mit der Polizei fortgesetzt und endete durch Treffer von Steffen Kellig für Chemnitz (7.) und Sebastian Arzt für Zwickau (67.) mit 1:1 (0:1). Laut Polizeibericht waren die Raketen aus dem Zwickauer Fanbereich abgeschossen worden. Zahlreiche Fans waren nach starker Rauchentwicklung aus den Blöcken geführt worden.

Die Zwickauer müssen nun mit harten Strafen durch den Sächsischen Fußball-Verbandes (SFA) und den Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) rechnen, weil sie als Wiederholungstäter gelten und unter Beobachtung der Verbände stehen.

In Plauen wurden vier Beamte laut Polizeibericht unter anderem durch Flaschenwürfe leicht verletzt, eine Polizistin musste ins Krankenhaus gebracht werden. Sieben Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.


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