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Bierhoff reagiert auf Terminkritik | 2006-11-13


Frankfurt/Main - Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat auf die zunehmende Kritik an den zahlreichen Länderspielterminen reagiert und für das kommende Frühjahr den Einsatz einer reinen Perspektivauswahl angekündigt.

Am 28. März 2007 sollen statt der etatmäßigen Nationalspieler vorrangig junge Akteure mit Zukunftschancen in Duisburg in einem offiziellen Länderspiel zum Einsatz kommen. Dies kündigte Bierhoff vor dem Abflug zum EM-Qualifikationsspiel auf Zypern in Frankfurt/Main an.

Somit sollen vier Tage nach der EM-Qualifikationspartie in Tschechien (24. März 2007) die Stammkräfte geschont und der durch den Weltverband FIFA festgelegte Länderspieltermin dennoch genutzt werden. Ein Gegner für die Perspektivspieler steht noch nicht fest.

Wir wundern uns über diese Diskussion, sagte Bierhoff zu den von mehreren Bundesliga-Vereinen geäußerte Sorge über eine zu hohe Belastung ihrer Nationalspieler. Zuletzt hatten Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf und Bayern Münchens AG-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Kritik an den vielen DFB-Terminen geäußert. Im WM-Jahr 2006 tritt die Nationalmannschaft am Mittwoch auf Zypern zu ihrem 18. Spiel an.

Bierhoff zeigte auch Verständnis, sah aber vor allem internationale Zwänge. Wir sehen die Problematik. Aber eine Lösung kann nicht nur von unserer Seite kommen. Der DFB sei bereit etwas zu tun. Ein einseitiger Verzicht auf Länderspiele bringe aber nichts, weil die Vereine dann zu den gleichen Terminen immer noch auf ihre ausländischen Nationalspieler verzichten müssten. Das Problem könne nur über eine neue Gestaltung des Rahmenterminkalenders der FIFA gelöst werden.

Bierhoff wies zudem auf die Gefahren hin, die durch die Europäische Fußball-Union UEFA und die Vereine entstünden, wenn weitere Spiele im Europapokal oder zusätzliche Testpartien vereinbart würden. Es ist nicht so, dass wir Länderspiele herausquetschen.

Vertreter der Fußball-Bundesliga haben den angekündigten Einsatz einer reinen Perspektivauswahl beim Länderspiel im März 2007 begrüßt, zugleich aber weitere Maßnahmen gefordert. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist gut, dass das Problem als solches erkannt ist, sagte Bremens Manager Klaus Allofs. Es gibt vor allem viel zu viele Qualifikationsspiele. Es sind enorme Belastungen für die Spieler.

Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf begrüßte den Vorstoß. Es geht grundsätzlich darum, dass es zu viele Spiele gibt. Seine Kritik richtet sich allerdings nicht er gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Es müsse vielmehr internationale Regelungen geben, regte Schaaf an.

Grundsätzlich finde ich es gut, dass man sich da von Seiten der Nationalmannschaft Gedanken macht, sagte Horst Heldt, der Manager des neuen Bundesliga-Tabellenführers VfB Stuttgart. Ich bin ebenso wie Karl-Heinz Rummenigge der Meinung, dass die Länderspieltermine überhand nehmen. Schließlich werden die Spieler von den Vereinen bezahlt.

Uneingeschränkte Zustimmung signalisierte Eintracht Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. Ich finde die Entscheidung absolut positiv. Sie zeigt, wie offen die Zusammenarbeit zwischen Jogi Löw und der Bundesliga verläuft. Der neue Bundestrainer halte auch Kontakt zu den Bundesliga-Clubs, die aktuell keine Nationalspieler abstellen würden. Es ist eine gute Maßnahme, jungen, talentierten Spielern die Möglichkeit zu geben, sich international zu beweisen.


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