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KSC-Torjäger Federico schießt sich ins Rampenlicht | 2006-11-15


Karlsruhe - In Köln reibt man sich noch immer verwundert die Augen, in Karlsruhe ist Giovanni Federico inzwischen ein Aushängeschild des Zweitliga-Tabellenführers.

Statistisch gesehen trifft der deutsch-italienische Fußballprofi mindestens in jedem zweiten Spiel ins gegnerische Tor. Fußball-Flüsterer Edmund Becker hat beim KSC Federicos Fähigkeiten erkannt und ihm das längst entschwundene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückgegeben. Unter dem Erfolgstrainer entwickelte sich der ehemalige Kölner zur besten Offensivkraft der 2. Bundesliga. Er vertraut mir und er hat meine Defizite weggearbeitet, sagte Federico.

Vor dem Spitzenspiel gegen Hansa Rostock führt Federico die Torschützenliste mit acht Treffern vor seinem Teamkollegen Edmond Kapllani sowie Patrick Helmes (1. FC Köln) und Enrico Kern (Hansa Rostock/alle sieben) an. Als Federico im vergangenen Jahr ablösefrei von Köln nach Karlsruhe wechselte, hatte man ihm beim FC nach fünf Jahren Vereinszugehörigkeit nur Qualitäten für die Regionalliga bescheinigt. Weder Huub Stevens noch Ewald Lienen, Friedhelm Funkel oder Marcel Koller vermochten die wahren Talente des 26 Jahre alten Spätzünders zu wecken. Denn von seiner Persönlichkeit her ist Gova alles andere als offensiv. Privat eher schüchtern spielt er auch auf dem Platz die klassische Rolle des Phantoms: selten zu sehen, aber im entscheidenden Moment am richtigen Fleck.

In seinem ersten Jahr beim KSC wirkte Federico vor allem in der Rückwärtsbewegung oft lauffaul. Dass er nicht der absolute Sprinter ist, das wissen wir, sagte Becker. Er zollt aber den Bemühungen Federicos großen Respekt: Er hat durch tägliches Training und auch durch den höheren Rhythmus in der zweiten Liga seine Fitness und sein Tempo soweit erhöhen können, so dass er absolut konkurrenzfähig ist. Dazu kommen nach Beckers Ansicht alle Eigenschaften, die einen guten Offensivfußballer ausmachen: Er setzt seine Mitspieler optimal ein, er legt wirklich super Bälle auf und wird obendrein noch selbst torgefährlich. Er hat einfach die Nase, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu stehen.

Federico hatte zu Saisonbeginn auch die Erfolgsserie gerochen: Während der KSC-Trainer nach den ersten Erfolgen noch auf die Euphoriebremse trat, war für den Angreifer bereits am zweiten Spieltag das Ziel klar definiert: Der Trainer hat seine Meinung, ich habe meine. Und meine ist, dass ich dieses Jahr in die Bundesliga aufsteigen will.

Federicos Vertrag beim noch ungeschlagenen Tabellenführer läuft noch bis zum Saisonende. Vereinbart ist, dass vor Weihnachten nicht verhandelt werden soll. Dass mittlerweile Bundesliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart seine Fühler ausgestreckt haben soll, kann Rolf Dohmen nicht bestätigen. Es gibt keine einzige Anfrage, versicherte der KSC-Manager. Er glaubt, dass sein Club selbst bei Abwerbungsversuchen gute Karten hätte: Wenn wir aufsteigen sollten, bin ich 100 Prozent davon überzeugt, dass er bleibt.


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