Braunschweig - Trainer-Routinier Willi Reimann macht den verunsicherten Profis von Eintracht Braunschweig wieder Mut. Der neue Coach des Tabellenletzten der 2. Fußball-Bundesliga hat beim Traditionsverein ungewohnte kämpferische Töne angeschlagen.
Man sollte sich nicht mit dem Abstieg abfinden. Wir werden mit Volldampf um den Klassenverbleib kämpfen. Eine andere Maßgabe gibt es für mich nicht. Ich bin überzeugt, dass Eintracht die Klasse halten kann, sagte der 56 Jahre alte Trainer der dpa.
Reimann unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Er wird vom neuen Sportdirektor Manfred Aschenbrenner unterstützt. Beide hatten bereits vor zehn Jahren beim niedersächsischen Nachbarn VfL Wolfsburg zusammen gearbeitet. Wir müssen als Team auftreten. Ich werde 24 Stunden arbeiten, um den Hebel schnell umzulegen, sagte der neue Coach bei der offiziellen Vorstellung. Er wird das Training erstmals am 16. November leiten und zeitnah einen Co-Trainer seiner Wahl vorstellen.
Die Spieler, die Fans und die Clubführung um den neuen starken Mann Jochen Staake hörten die optimistischen Worte gerne. Zuletzt hatte es unter Reimann-Vorgänger Djuradj Vasic fünf Niederlagen am Stück und auch verbal kaum Hoffnung auf Besserung gegeben. Vasic, der als Nachfolger von Ex-Trainer Michael Krüger nur 30 Tage im Amt war, hatte der Braunschweiger Mannschaft die Zweitliga-Tauglichkeit abgesprochen. Das möchte ich nicht kommentieren, sagte Reimann.
Er war am 14. November vom Urlaub auf Madeira nach Deutschland zurückgekehrt und soll mit lediglich sechs Punkten auf dem Konto im Heimspiel gegen den MSV Duisburg seine schwierige Mission in Angriff nehmen. Es ist ein Reiz da, die Mannschaft da unten rauszuholen. Das kann ich aber nicht allein schaffen. Die Profis auf dem Platz sind die wichtigsten Personen, aber auch das Umfeld, das Betreuerteam und die Fans müssen helfen, appellierte der frühere Bundesliga-Profi (287 Spiele für Hannover 96 und Hamburger SV) an das zuletzt fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein.
Statt Eintracht herrschte beim deutschen Meister von 1967 Zwietracht. Die brisante Stimmung bei den Heimspielen gipfelte in der Forderung nach den Rücktritten des Trainers und der Clubführung. Hauptsponsor Staake, der in den vergangenen zehn Jahren schätzungsweise rund zehn Millionen Euro in den Verein gesteckt hatte, zog die Reißleine und übernahm zunächst bis Saisonende die Verantwortung für den Leistungssportbereich.
Präsident Gerhard Glogowski bleibt im Amt, seine Macht ist aber beschnitten. Über mögliche Spielerverpflichtungen in der Winterpause soll die neue sportliche Leitung mit Reimann und Aschenbrenner entscheiden. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen für mich 50:50, sagte Staake.
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