Frankfurt/Main - Die deutschen Schiedsrichter wollen weiter entschlossen gegen Betrüger auf dem Fußballplatz vorgehen und bauen dabei auch auf die Hilfe der Trainer.
Grundsätzlich gilt, dass wir Betrugsversuche konsequent anprangern müssen. So wie es die Schiedsrichter auch in dieser Saison in vielen Fällen getan haben, sagte der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), Volker Roth, in einem Interview auf der DFB-Internetseite. Die Schiedsrichter dürften dabei aber nicht alleine stehen. Die Trainer, Verantwortlichen und Medien müssten ebenfalls helfen, Betrüger zu entlarven.
Roth wollte nicht davon sprechen, dass es für die Schiedsrichter in letzter Zeit schwerer geworden sei, weil offenbar das Fairness-Gebot unter den Spielern immer mehr mit Füßen getreten werde. Es wird immer diffizile Entscheidungen geben, die auch zu Diskussionen führen, meinte Roth nach der Zusammenkunft von 39 Schiedsrichtern der 1. und 2. Bundesliga in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main. Dort stand vor allem die Auswertung von 43 Szenen auf der Tagesordnung, die Beispiele von unfairem Spiel zeigten, wie Angriffe von hinten, Ellbogenchecks, Täuschungsversuche oder Handspiele im Strafraum.
In der Wahrnehmung gibt es wie immer manchmal recht unterschiedliche Ansichten: Die Schiedsrichter entscheiden so, die Zuschauer im Stadion oder am Fernseher sehen einzelne Szenen anders. Insgesamt jedoch bin ich mit den Leistungen sehr zufrieden, so Roths Zwischenbilanz nach zwölf Spieltagen in der ersten und zweiten Liga. Natürlich habe es auch Kritik gegeben, mit der sich die Schiedsrichter intensiv auseinander setzen würden. Aber maßgebend sind für uns die Beurteilungen der neutralen Beobachter, die bei jedem Spiel auf der Tribüne sitzen. Und diese Bewertungen fallen in dieser Saison im Schnitt etwas besser aus als in der vergangenen.
Im Gegensatz allerdings zur bisherigen Karten-Bilanz der obersten Spielklasse. Bereits 14 Rote Karten und ebenso viele Gelb-Rote Karten wurden gezeigt. In der vergangenen Saison waren es zum Vergleichszeitpunkt dagegen nur elf Rote und neun Ampelkarten.
Den unrühmlichen Höhepunkt bildete dabei in dieser Spielzeit der zweite Spieltag, an dem einige Schiedsrichter-Entscheidungen für heftige Diskussionen gesorgt hatten. Insgesamt hatten die Statistiker neun Platzverweise aus den ersten 18 Bundesliga-Partien dieser Saison vermeldet - das bedeutete Rekord nach der Einführung der Gelb-Roten Karte seit 1991. Nach der Kartenflut trat die erhoffte, leicht reinigende Wirkung ein. Seinen Referees gab Roth ungeachtet des Fehlverhaltens einiger Profis nun mit auf den Weg ihre vordringliche Aufgabe wahrzunehmen: den Schutz der Spieler.
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