München - Sebastian Deisler steht vor dem Comeback, doch die Chefetage des FC Bayern München denkt schon an den nächsten Superstar.
Während Nationalspieler Deisler nach acht Monaten Verletzungspause im Bundesliga-Hit gegen den VfB Stuttgart in den Kader des deutschen Fußball-Rekordmeisters zurückkehren wird, plant Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eine Wende in der Transferpolitik des Vereins. Der Clubchef will für die kommende Saison einen Top-Spieler für rund 30 Millionen Euro verpflichten. Etwa in dem Rahmen. Plus Gehalt. Falls so einer dann auf dem Markt ist, sagte Rummenigge der Bild-Zeitung.
Bislang hatten die Münchner Transfers in dieser Größenordnung immer wieder ausgeschlossen. Manager Uli Hoeneß verweigerte stets den Zugriff auf das stolze Festgeld-Konto des deutschen Branchenprimus. Doch jetzt kündigte Rummenigge einen Mega-Transfer an. Wir sind bereit, einen Kracher zu holen. Wir reden da über Neuland, was deutsche Verhältnisse bei Neuzugängen betrifft, sagte der 51- Jährige. Der Aufsichtsrat des Vereins sei über die Pläne der sportlichen Führung bereits informiert. Die Verpflichtung neuer Spieler in der Winterpause schloss Rummenigge trotz des mäßigen Saisonstarts der Münchner in der Bundesliga aus.
Stattdessen hoffen die Bayern auf ein schnelles Saison-Debüt von Sebastian Deisler. Trainer Felix Magath habe nach dem Training entschieden, den 26-Jährigen für das Heimspiel gegen Tabellenführer Stuttgart zu nominieren, teilte der Verein mit. Deisler hatte sich Mitte März im Training eine Knorpelabsprengung im rechten Knie zugezogen und musste operiert werden. Wegen seiner fünften schweren Knieverletzung konnte der Mittelfeldspieler auch nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen.
Der sensible Profi, der 2003 wegen schwerer Depressionen in Behandlung war, hat stets an eine Rückkehr ins Münchner Starensemble geglaubt. Ich bin auch zuversichtlich, dass ich mir mittelfristig wieder einen Stammplatz beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft zurückerkämpfe, sagte Deisler im Sommer. Anfang Oktober kehrte er ins Mannschaftstraining der Bayern zurück und verkündete, er sei komplett beschwerdefrei. Deislers gute Trainingsleistungen überzeugten Coach Magath, dass die Zeit für ein Comeback der Kreativkraft reif sei.
Manager Hoeneß drohte unterdessen vor dem Spitzenspiel gegen den Tabellenführer der Konkurrenz im Bundesliga-Titelrennen. Ein Unentschieden gegen Stuttgart wäre zu wenig. Jetzt ist der Zeitpunkt, wo die Serie kommen muss, sagte Hoeneß der Sport Bild. Der 54-Jährige zeigte sich zuversichtlich, dass nach dem 3:2-Sieg in Leverkusen die Trendwende eingeleitet sei. Eine Mannschaft, die keinen Mumm und keine Power hat, hätte das nicht geschafft, sagte Hoeneß.
Der Manager suchte zugleich den Schulterschluss mit dem zuletzt in die Kritik geratenen Trainer Felix Magath. Die Mannschaft hat sich in einer kritischen Phase aus eigener Kraft aus dem Sumpf gezogen. Das hat mir gezeigt, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft funktioniert. Auch Rummenigge sprach Magath das Vertrauen aus: Wir alle sind der Meinung, dass Felix Magath hier noch sehr viel Positives bewegen kann.
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