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Zweite Pleite für Meister München - Spaß in Bremen | 2006-10-01


Düsseldorf - Die Fußball-Bundesliga ist das Kabinett der Kapriolen. Meister Bayern München lässt sich beim Tabellen-Letzten VfL Wolfsburg vom Thron stoßen. Champions-League-Starter Hamburger SV findet sich nach dem 6. Spieltag auf einem Abstiegsplatz wieder.

Außenseiter wie die Aufsteiger Alemannia Aachen und Energie Cottbus oder auch Eintracht Frankfurt haben Tuchfühlung zur Spitze. Und im fränkisch-bayerischen Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und den Roten aus München hat der Club wieder die bessere Position inne.

Jetzt ist es eine Scheiß-Woche. Bayern-Torhüter Oliver Kahn war nach der zweiten Auswärts-Niederlage hintereinander bedient, obwohl er geahnt hatte, was nach dem Gala-Auftritt bei Inter Mailand geschehen könnte: Ich habe nach dem Mailand-Spiel gesagt, dass der eine oder andere jetzt vielleicht denkt, er sei ein ganz Großer. Wir wollen eine ganz große Mannschaft werden ­ dann müssen wir solche Spiele gewinnen. Doch die Bayern scheiterten an sich selbst, dem überragenden Wolfsburger Schlussmann Simon Jentzsch und Mike Hanke.

Hanke beendete in der 36. Minute nach 209 Tagen seine Bundesliga-Ladehemmung und widmete den Treffer dem im nächsten Jahr erwarteten Nachwuchs: Das wird ein WM-Kind, verriet Hanke. Bis zur Geburt wollen er und seine Mitstreiter die Krise der Niedersachsen endgültig beigelegt haben. Hanke: Das war heute ein guter Anfang. Jetzt müssen wir nachlegen.

Wolfsburg übergab die Rote Laterne an den VfL Bochum, wo Trainer Marcel Koller extrem frustriert war nach einem kollektiven Nickerchen seiner Elf, die bei Mitaufsteiger Alemannia Aachen souverän und sicher agierte, 1:0 führte, eine Flut weiterer Top-Chancen hatte - und sich durch Jan Schlaudraff und Sascha Rösler in weniger als einer Minute zwei Mal düpieren ließ. Das haben wir hergeschenkt, schimpfte der mit dem 1. FC Köln 2004 abgestiegene Schweizer Koller.

Koller sollte sich trösten lassen. Denn immerhin liegt seine Mannschaft nur zwei Positionen und einen Punkt hinter dem dauerhaft kriselnden Champions-League-Starter Hamburger SV. Wir stehen das gemeinsam durch. Zwischen uns passt kein Blatt Papier, dokumentierte HSV-Chef Bernd Hoffmann Treue zu Chefcoach Thomas Doll, der beim 2:2 in Frankfurt Leidenschaft und viele, viele gute Dinge seines Teams ausmachte. Wir werden da unten rauskommen, davon bin ich felsenfest überzeugt, meinte Doll, dessen Elf durch Alexander Meier und Ioannis Amanatidis zwei Mal in Rückstand geriet, aber durch Danijel Ljuboja und Boubacar Sanogo zwei Mal zurück schlug.

Trotz des Punktgewinns liegen schon fünf Zähler zwischen dem HSV und seinem norddeutschen Konkurrenten Werder Bremen sowie Nürnberg, wo Trainer Hans Meyer nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05 verärgert war: Die Spieler machen, was sie wollen. Naiv habe man sich verhalten: Wir haben uns selbst Dauerdruck erzeugt durch Ballverluste und schlechtes Stehen, sagte Meyer, dessen Mannschaft durch Robert Vittek einen Foulelfmeter vergab.

Meyers Bremer Kollege Thomas Schaaf konnte nach dem 3:0 von Werder gegen auswärts wieder enttäuschende Mönchengladbacher Borussen befreit lachen und seinem Team nach dem Ende der Serie von sechs Pflichtspielen ohne Sieg ein großes Kompliment machen. Wir brauchten keinen Befreiungsschlag. Wir haben uns nie verrückt machen lassen, kommentierte Schaaf das 3:0 durch Tore von Aaron Hunt, Christian Schulz und Diego.

Auch Sibusiso Zuma zeigte endlich wieder pure Freude: Beim 3:1 von Arminia Bielefeld gegen Cottbus gelang dem Südafrikaner nach langer Zwangspause das erste Tor seit fast elf Monaten. Schämen wollte sich Borussia Dortmunds Trainer Bert van Marwijk nach dem 2:2 gegen Hannover 96: Wir haben unglaublich schlecht verteidigt. Mit dem neuen Coach Dieter Hecking ist Hannover jetzt schon drei Spiele ungeschlagen.


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