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SC Freiburg droht Bedeutungslosigkeit | 2006-10-03


Freiburg - Statt zielstrebig zurück ins Fußball-Oberhaus zu drängen marschiert der SC Freiburg stramm in die Bedeutungslosigkeit. Die einst als Breisgau-Brasilianer gefeierten Badener machen momentan die schwerste Krise seit 20 Jahren durch.

Nur vier Punkte aus sechs sieglosen Spielen zum Zweitliga-Start sprechen für sich. Die Tendenz der vergangenen drei Jahre gibt aber noch weniger Anlass zu Optimismus.

Galt der vor 16 Monaten noch erstklassige Sport-Club lange als Vorreiter für innovativen Fußball, steht er mittlerweile nur noch pauschal für nettes, aber statisches und ausrechenbares Spiel. Die Konkurrenz empfindet schon fast Mitleid. Das Spiel der Freiburger ist schön anzusehen, es ist aber manchmal auch zu schön. Sie sind nicht zielstrebig genug, urteilte Aues Trainer Gerd Schädlich nach dem 3:1-Erfolg gegen Freiburg.

SC-Trainer Volker Finke ist bekannt dafür, nicht eben empfänglich für Kritik zu sein. Wohl auch deshalb wird diese zunehmend im Verborgenen geäußert. Man müsse stets das große Ganze berücksichtigen, wirbt Finke fortlaufend um Verständnis für den Ausbildungsverein SC Freiburg. Der seit 16 Jahren die Geschicke des Vereins lenkende einstige Lehrer rechtfertigt sich: Du kannst nicht einerseits in zwei Jahren nacheinander den jüngsten Kader von 36 Profiteams haben und gleichzeitig abgezockte, vor Effektivität strotzende Spieler erwarten. Dabei stehen auch viele erfahrene Profis und etliche Nationalspieler im Kader. Zudem verfügt der SC über einen der höchsten Etats aller Zweitligisten.

Finke berichtet von einem kritischen Umgang mit seinen Profis, hält aber schützend die Hand über seine Spieler. Intern rappelt es richtig. Fehler werden angesprochen. Aber die Mannschaft zeigt eine gute Einstellung, und solange das so ist, werde ich mich ohne Wenn und Aber vor sie stellen, sagte der 58-Jährige. Ich glaube fest daran, dass die Mannschaft mit ein, zwei Erfolgserlebnissen eine gute Entwicklung nehmen könnte.

Von Vereinsseite werden kritische Stimmen als Miesmacherei Einzelner abgetan. Dabei sind es längst nicht mehr nur ein paar wenige Fans, die ihrem Unmut gegen Freiburgs Langzeit-Trainer Luft machen. Volker Finke: Es ist jetzt Zeit zu gehn, schallte es schon beim letzten Heimspiel gegen Greuther Fürth minutenlang von der Nordtribüne ­ dort, wo die treuesten Anhänger ihre Plätze haben.

Personelle Veränderungen sind praktisch ausgeschlossen. Für Finke sind Fragen bezüglich seiner Zukunft absurd, gerade mit dem Konzept, das wir haben, dass wir junge Spieler bringen wollen. Er versichert: Die Diskussion um meine Person halte ich aus. Mit der Mannschaft gehe ich dieses Thema auch offensiv an. Es ist doch aber nicht die Frage, ob der Trainer eher fliegt, als ein anderer. Die eigentliche Aufgabe ist es, dass die Jungs jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich aus der Nummer heraus arbeiten.


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