Düsseldorf - Fußball-Lehrer Christoph Daum schließt eine Rückkehr in die Bundesliga derzeit aus.
Komm ab und zu nach Deutschland, zahl hier deine Steuern, sei lieb und nett. Aber hier arbeiten, das muss ich nicht, sagte der 52-Jährige in der jüngsten Ausgabe der Sport-Bild. Seit seinem Ausscheiden als Trainer beim türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul nach Ende der Saison 2005/2006 ist Daum vereinslos. In dieser Zeit habe ich einige Dinge mitbekommen, bei denen ich sage: Ich glaube es einfach nicht.
Er habe es sich zum Beispiel negativ auslegen lassen müssen, dass er bei der Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung in Deutschland als ehrenamtlicher Co-Trainer arbeitete. Von einem Teil der Medien muss ich mir nun anhören, dass ich das als Resozialisierung ansehe. Ich halte dies für eine absolute Unverschämtheit, sagte Daum, der zuletzt auch mit dem FC Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde.
Mit dem deutschen Fußball geht Daum hart ins Gericht. Wer das so sieht, der lügt sich selber in die Tasche, meinte Daum auf die Anmerkung, dass die deutsche Nationalmannschaft durch den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land zur Weltspitze zähle. Wir müssen weiter überlegen, wie der deutsche Fußball seine Qualität steigern kann. Anfangen müsse man ganz unten und dabei auch den Schulfußball einbinden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) müsse zusätzliche Trainer einstellen, die in die Schulen gehen und dort mit den Kindern arbeiten. Das ist der erste Schritt, äußerte Daum.
Notwendig seien Fußball-Lehrer für spezielle Altersgruppen bis zum zehnten Lebensjahr, dann für Jugendliche bis zum 14. oder 15. Lebensjahr, dann Trainer für die Übergangsphase in den Seniorenbereich. Daum: Denn gute Trainer kreieren gute Spieler. Zudem muss das Ziel lauten, die Trainer weiter zu verbessern.
In einem dritten Schritt müssten für die besten Talente ein DFB- Leistungszentrum eingerichtet werden, in dem alles verknüpft ist. Das habe er schon vor Jahren gefordert. Ich habe die Unterlagen noch in meinem Schreibtisch. Wenn ich damals DFB-Trainer geworden wäre, dann hätte ich alle Punkte aufgenommen.
Daum war nach der Europameisterschaft 2000 als Bundestrainer vorgesehen. Doch der DFB löste am 21. Oktober 2000 diese Vereinbarung auf, nachdem Daum in einer freiwillig abgegebenen Haarprobe der Konsum von Kokain nachgewiesen werden konnte. In einem Verfahren vor dem Landgericht Koblenz war der Fußball-Lehrer in einem Großteil der Fälle freigesprochen worden. Das Verfahren in den von ihm selbst eingestandenen Fällen war wegen Geringfügigkeit gegen Zahlung einer Geldauflage von 10 000 Euro eingestellt worden.
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