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Oranjes Nationaltrainer van Basten in der Kritik | 2006-10-05


Düsseldorf - Nach den jüngsten Unruhen um die Fußball-Nationalspieler Mark van Bommel und Ruud van Nistelrooy hängt bei den Niederländern wieder einmal der Haussegen schief.

Vor dem Doppelspieltag in der EM-Qualifikation mit den Spielen in Bulgarien und gegen Albanien ist vor allem Bondscoach Marco van Basten in die Kritik geraten. Sowohl Bayern-Profi van Bommel als auch van Nistelrooy wollen unter der Regie des ehemaligen Weltklassespielers nicht für das Oranje-Team spielen. Unter van Bastens Regierung nie mehr, ließ van Bommel sogar verlauten. Und Torjäger van Nistelrooy ließ seinen Trainer abblitzen, als der ihn wegen personeller Probleme im Angriff nachnominieren wollte.

Bondscoach van Basten, dessen Personalpolitik schon nach dem WM- Aus im Achtelfinale heftig kritisiert wurde, nahm es gelassen und gab immerhin eine gewisse Nachlässigkeit in der Kommunikation mit den Spielern zu. Ich begreife, dass es besser gewesen wäre, wenn ich das Gespräch gesucht hätte, sagte van Basten im Trainingsquartier am Nordseestrand von Noordwijk, wo sich das Team auf die erste Partie in Bulgarien am Samstag in Sofia vorbereitet. Trotz des Verzichts der beiden Profis, sei die Tür zur Nationalmannschaft nicht unbedingt für immer zu. Nichts ist undenkbar, meinte der Bondscoach.

Aus Sicht der beiden Profis ist eine Rückkehr allerdings kein Thema. Van Nistelrooy, der wie van Bommel bei der WM letztmals zum Einsatz kam, hatte die Personalpolitik van Bastens heftig kritisiert und ihm Vetternwirtschaft vorgeworfen. Andere vom Bondscoach ausgemusterte Profis wie Clarence Seedorf und Edgar Davids hatten van Basten ebenfalls zuvor öffentlich kritisiert.

Auch der frühere Nationalspieler und WM-Finalist von 1974, Wim van Hanegem, ließ kein gutes Blatt am holländischen Trainer. Es ist eine Sünde, dass van Nistelrooy und van Bommel sich bei Oranje nicht wohlfühlen. Solche Spieler gehören einfach in die Nationalmannschaft, sagte der Alt-Internationale der Tageszeitung Algemeen Dagblad.

Die holländischen Nationalspieler zeigten sich von der Entwicklung überrascht. Kapitän Edwin van der Sar hält das Fehlen zweier gestandener Spieler für falsch. Sie hätten natürlich hier sein müssen, sagte der Torhüter. Er hätte sich gewünscht, dass Oranje die beste Mannschaft aufbieten könne, die denkbar sei, meinte der Profi von Manchester United. Verteidiger Andre Ooijer befand: Die beiden Spieler haben besondere Qualitäten. Darum finde ich es schade, dass sie nicht hier sind.

Verbandsdirektor Henk Kesler war bemüht die Wogen zu glätten. In der Vergangenheit haben schon öfter Spieler Einladungen für Oranje abgelehnt. Das ist doch kein Grund zur Panik, sagte der KNVB- Funktionär vor den beiden wichtigen Qualifikationsspielen zur EM- Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz. Immerhin hat die Elftal bisher sportlich ihr Soll erfüllt: Die ersten beiden Spiele in Luxemburg (1:0) gegen Weißrussland (3:0) wurden gewonnen. Ein weitere Sieg in Bulgarien wäre schon ein wichtiger Schritt in Richtung EM.


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