Rom - Francesco Saverio Borrelli ist als Chefermittler im italienischen Fußball-Skandal zurückgetreten. Damit verliert der italienische Fußballverband (FIGC) nach dem zuvor abgetretenen kommissarischen Präsidenten Guido Rossi den zweiten führenden Reformer innerhalb von zwei Tagen.
Der ehemalige Oberstaatsanwalt von Mailand teilte seinen Rückzug vor seiner Anhörung vor der Kultur-Kommission des Parlaments in Rom mit. Ich habe mein Rücktrittsschreiben schon eingereicht, sagte Borrelli.
Borrelli war im Fußball-Skandal um Hilfe gebeten worden und hatte die Ermittlungen im Liga-Manipulationsskandal um Juventus Turin und Juves Ex-Manager Luciano Moggi geführt. Der Jurist hatte sich wiederholt äußerst unzufrieden mit der gerichtlichen Umsetzung seiner Ermittlungsarbeit gezeigt. Rekordmeister Juve wurde zum Zwangsabstieg in die Serie B, der AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom aber nur zu Punktabzügen verurteilt. Borrelli forderte härtere Strafen, führte seine Ermittlungen fort und weitete sie in den letzten Wochen auf weitere Clubs aus.