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Löw lässt Hanke mit Podolski stürmen | 2006-10-06


Berlin/Rostock - Tore, Tempo, Spaßfußball: Trotz der Schonung einiger WM-Stars für den Kampf um Punkte in der Slowakei will die deutsche Nationalmannschaft ihren Fans im letzten Heimspiel des Jahres noch einmal eine erfolgreiche Fußball-Gala bieten.

Mit dem Wolfsburger Mike Hanke als Sturmpartner von Lukas Podolski und dem erstmals für die Startelf nominierten Flügelflitzer David Odonkor plant Bundestrainer Joachim Löw gegen Georgien die Fortsetzung seiner makellosen Bilanz von bislang drei Siegen und 17:0 Treffern. Wir nehmen das Spiel so Ernst wie jedes andere Länderspiel. Wir haben eine Verpflichtung, dem Publikum und der Nation gegenüber, sagte Co-Trainer Hans-Dieter Flick.

Bevor der 21-köpfige deutsche Kader mit dem Flugzeug von Berlin in den nur 220 Kilometer entfernten Spielort flog, durfte Löws Assistent bereits einiges über die Aufstellung bei dem Testspiel im mit 28 000 Zuschauern ausverkauften Ostsee-Stadion verraten. So wird Hanke gegen den Weltranglisten-93. Georgien im Angriff den Platz von WM-Torschützenkönig Miroslav Klose einnehmen. Mike beginnt neben Podolski. Er hat sich im Training sehr gut in Szene gesetzt, begründete Flick die Chance für den Wolfsburger.

Hanke will seinen erst zweiten Einsatz in der Startformation unbedingt erfolgreicher nutzen, als bei seinem Platzverweis vor einem Jahr beim Confederations Cup im Spiel um Platz 3 gegen Mexiko. Ich denke, dass es dieses Mal keine Rote Karte für mich geben wird, sagte der 22-Jährige, der totales Engagement ankündigte: Ich werde alles geben, kämpfen und versuchen, ein Tor zu machen. Es wäre sein zweites im achten Länderspiel und eine dringend benötigte Empfehlung, um auch in Zukunft weiterhin zum DFB-Kader zu gehören. Löw informierte Hanke bereits am Morgen über seinen Einsatz, den der Stürmer unbedingt nutzen will: Ich will zeigen, dass ich dazu gehöre. Lukas und Miro sind im Sturm erste Wahl. Mein Ziel ist es, konkurrenzfähig zu bleiben und Druck aufzubauen auf die beiden.

Auch im Mittelfeld wird Löw mindestens eine Umstellung vornehmen. Für Flanken auf das Sturmduo Hanke/Podolski soll Odonkor sorgen. Der rasende WM-Joker wird an Stelle von Bernd Schneider auf dem rechten Flügel beginnen. Führen soll die junge deutsche Mannschaft, in der auch Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen), Piotr Trochowski (Hamburger SV), Clemens Fritz (Werder Bremen) und Alexander Madlung (VfL Wolfsburg) je nach Spielverlauf auf ihr Länderspiel-Debüt hoffen dürfen, Kapitän Michael Ballack. Er ist unser Leader, der den jungen Akteuren Rückendeckung geben soll, erklärte Flick.

Ein besonderes Augenmerk wird Löw gegen die von Klaus Toppmöller betreuten Georgier um Schalke-Profi Lewan Kobiaschwili aber auch auf die Abwehr legen. Nach dem Ausfall des Gladbachers Marcell Jansen (Meniskus-Operation) muss die Viererkette vor Torhüter Timo Hildebrand erneut umgebaut werden. Wir werden einiges testen, bestätigte Flick. Wie bei den ersten zwei EM-Qualifikationsspielen gegen Irland (1:0) und San Marino (13:0) werden Arne Friedrich und Manuel Friedrich erneut die Innenverteidigung bilden. Offen ließen die DFB-Trainer, welche Außenverteidiger-Position Philipp Lahm besetzen wird. Philipp ist links und rechts einsetzbar, sagte Flick nur. Lahms Position dürfte davon abhängen, ob sich Löw beim vierten Abwehrspieler für den schon einmal eingesetzten Berliner Malik Fathi (links) oder den Debütanten Fritz (rechts) entscheidet.

Für den von Flick zum Abwehrchef ernannten Arne Friedrich ist die personelle Besetzung nicht entscheidend. Wichtiger sei, dass man inzwischen eine Super-Grundordnung und eine gute Organisation in der gesamten Mannschaft habe. Rostock sei ein guter Testlauf für Bratislava. Gegen Georgien können wir noch ein wenig testen für das wichtigere Spiel gegen die Slowakei, sagte der Berliner. Am 11. Oktober geht es dann darum, gegen einen direkten Konkurrenten um eines der zwei EM-Tickets die Tabellenführung zu behaupten. Deutschland führt die Gruppe D nach zwei Spielen mit sechs Zählern vor den punktgleichen Tschechen und den Slowaken (3) an.

Am Abschlusstraining in Rostock nahmen alle 20 einsatzfähigen Akteure teil. Nur der angeschlagene Oliver Neuville musste passen. Nach der Übungseinheit bezog die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw ihr Quartier in einem Luxushotel in Heiligendamm.

Auch die DFB-Spieler hat das Lotto-Fieber gepackt. Einen möglichen Gewinn bei der Jagd nach dem 35 Millionen-Euro-Jackpot wollen Michael Ballack und Kollegen für einen guten Zweck spenden. Wie der DFBmitteilte, haben alle Spieler des Kaders für die Länderspiele gegen Georgien und in der Slowakei gemeinsam einen Systemschein für die Ziehung am Samstagabend ausgefüllt. Sollten die Fußball-Profis mit ihrem Tipp richtig liegen, soll anschließend festgelegt werden, für wen der Gewinn gespendet wird.


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