Caracas - Brasilien hat gerade rechtzeitig zu alter Stärke zurückgefunden und den Hotel-Rüpeln aus Chile im Viertelfinale der Copa América einen Sixpack eingeschenkt.
Nach der schwachen Vorrunde siegte der Rekordweltmeister in Caracas gegen die von vorangegangenen Siegesfeiern müden Chilenen mit 6:1 (3:0) und sagte Turnierfavorit Argentinien durch den souveränen Einzug ins Halbfinale den Kampf um den kontinentalen Titel an. Der in der Heimat stark kritisierte Coach Dunga atmete auf. Wir haben modernen Fußball gespielt, sagte er auf dem Rasen, obwohl er unmittelbar nach den Spielen bislang lieber geschwiegen hatte.
Die Chilenen, die bei einer Siegesfeier nach der Vorrunde im Hotel im Alkoholrausch Möbel zerstört und weibliche Angestellte sexuell bedrängt haben sollen, erwartet derweil daheim nach der Demütigung auf dem Rasen eine saftige Strafe durch den Verband. Die Probleme des Gegners interessieren nicht, Hauptsache, die Jungs tanken Vertrauen, meinte Galvao Bueno, TV-Starkommentator des brasilianischen Senders Globo. Der durch einen Kater geschwächte Gegner kam der Seleçao aber gerade recht.
Die brasilianischen Experten jubelten, warnten aber auch vor verfrühter Euphorie. Tolle Steigerung. Gegen Uruguay wird es aber im Halbfinale um einiges schwerer, meinte der frühere Nationalspieler und Trainer Falcao. Argentinien und Paraguay hätten den besten Fußball gezeigt und seien noch die Favoriten. Auch Hertha- Profi Gilberto analysierte nach dem Abpfiff korrekt: Wir haben unser bestes Turnierspiel geliefert, hatten aber auch Glück, dass drei Tore früh fielen und der defensiv eingestellte Gegner aufmachen musste.
Neben Brasilien zog auch Uruguay mit einer sehr guten Leistung in die Runde der letzten vier. Die Hellblauen schlugen Gastgeber Venezuela mit 4:1 (1:1) und zerstörten so die Träume einer ganzen Nation, die in Südamerika mit ihrer Vorliebe für Baseball sonst ganz allein da steht. Erstmals in der 91jährigen Geschichte des ältesten Kontinentalturniers der Welt hatte das nach der Trikotfarbe getaufte Rotwein-Team die Vorrunde überstanden. Wir können stolz sein, denn wir waren unter den besten acht, meinte Coach Richard Paez. Man wolle nun zur WM 2010.
Brasilien machte gegen Chile bereits in der ersten Halbzeit innerhalb von nur 12 Minuten mit Treffern des vor kurzem von Bayer Leverkusen zum AS Rom gewechselten Juan (15.), Julio Baptista (23.) und Robinho (27.) alles klar. Nach der Pause erhöhten die Brasilianer mit Robinhos sechstem Turniertreffer (50.) sowie durch Josue (68.) und Vagner Love (84.). Der chilenische Mittelstürmer Humberto Suazo betrieb mit seinem Bilderbuch-Tor in der 75. Spielminute, einem Heber über Torwart Doni, lediglich Ergebniskosmetik.
Bereits in der Vorrunde hatte Brasilien mit Chile beim 3:0 kurzen Prozess gemacht. Die beiden Hertha-Profis Gilberto und Mineiro spielten erneut durch und zeigten ein weiteres Mal solide Leistungen. Der Bremer Naldo bekam ab der 72. Minute seine erste Chance, als er Juan im Abwehrzentrum ersetzte. Auf der Bank blieb dagegen sein Vereinskollege Diego, der sich wegen der Abwesenheit der Superstars Kaká und Ronaldinho (beide im Sonderurlaub) Hoffnung auf einen Stammplatz gemacht hatte.
Die zweifachen Weltmeister aus Uruguay beendeten die Träume eines ganzen Volkes. Venezuela hielt nur 45 Minuten mit. Vor rund 45 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion Pueblo Nuevo schossen Diego Forlán (37. und 89.), Pablo García (64.) und Christian Rodríguez die Tore des zweifachen Weltmeisters. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Juan Arango in der 40. Minute. Bei Uruguay spielte der Schalker Darío Rodríguez fast durch. Er wurde in der 89. Minute durch Diego Godín ersetzt. In den restlichen Viertelfinalpaarungen treffen Paraguay und Mexiko sowie Argentinien und Peru aufeinander.
VfB-Kapitän fällt für Wolfsburg-Spiel ausKuranyi sauer: Schalke verschenkt SiegNotizen vom 5. Bundesliga-SpieltagChelsea bezwingt Arsenal 1:0 - Sieg für ManchesterMilan bejubelt krönenden Abschluss einer grausigen Saison2007 noch vier Mal EM-QualifikationDortmund - St. Pauli erneut abgesagtDoch keine Operation bei BoatengExtra Fußball-EM-QualifikationPanathinaikos verpflichtet Trainer Zdenek Scasny1541 |
1649 |
1104 |
1910 |
1290 |
13732 |
13983 |
13505 |
13820 |
13907 |