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Österreich gegen die Schweiz unter Druck | 2006-10-10


Innsbruck - Fußball-Europa kämpft am vierten Qualifikations-Spieltag um die EM-Tickets, für die beiden Gastgeber Österreich und Schweiz ist im Alpenduell vor allem Image-Pflege angesagt.

Gut 600 Tage vor dem nach WM und Olympia drittgrößten Sportereignis treffen im Tivoli-Stadion in Innsbruck die EM-Veranstalter aufeinander. Organisatorisch gibt es auf dem Weg zur Euro 2008 keine großen Probleme, viel Vorfreude auf das Turnier ist bei den als Ausrichter bereits qualifizierten Nationen aber auch noch nicht spürbar.

Während WM-Achtelfinalist Schweiz weiter erfolgreich das Team formiert, das in zwei Jahren um den EM-Titel mitspielen soll, ist der österreichische Fußball tief gesunken. Zwar gab es den ersten Länderspielsieg seit rund einem Jahr, doch das mühsame 2:1 über Fußball-Zwerg Liechtenstein hob die Stimmung keinesfalls. In den Schweizer Medien hagelte es Häme für den Rivalen, der noch jede Menge Arbeit vor sich hat. Wir sind ziemlich weit unten, aber sicherlich nicht so schlecht, wie es jetzt aussieht, beschwichtigte Österreichs Assistenztrainer Andreas Herzog, sieht aber noch viel Arbeit vor sich. Wir haben leider noch nicht die Resultate mit der Nationalmannschaft einfahren können, um die Lust auf das Turnier zu schüren.

Die junge Mannschaft sei noch im Aufbau, der Reifeprozess ganz normal. Unterstützung will sich der ehemalige Bundesliga-Profi Herzog ausgerechnet bei zwei Deutschen holen: Durch Tipps von Jürgen Klinsmann und Griechenlands Europameister-Trainer Otto Rehhagel wollen Herzog und Coach Josef Hickersberger ihre Mannschaft auf Erfolgskurs bringen.

Mit dem stimmungsvollen deutschen WM-Sommermärchen als Vorbild haben sich die Nachbarländer für ihr mit einem Etat von 110 Millionen Euro ausgestattetes Turnier vom 7. bis 29. Juni 2008 ein hohes Ziel gesteckt. Doch nur wenn die eigene Auswahlmannschaft gut kickt, feiern auch die Fans. Von ihr muss ein Funke überspringen, sagte Österreichs Turnierdirektor Christian Schmölzer in der Welt am Sonntag. Mut sollte ihm machen, dass auch bei den Klinsmännern zwei Jahre vor der WM nicht mit einem derart starken Auftritt zu rechnen war.

Österreich muss auf dem Weg zur Heim-EM aufpassen, sich im eigenen Land nicht zu blamieren, mit eidgenössischer Ruhe und viel Zuversicht blickt dagegen die Schweiz dem Großereignis entgegen. Unsere Nati kann in ruhigen Fahrwassern in den EM-Hafen einlaufen, sagte Trainer Jakob Kuhn, der ein ähnlich ehrgeiziges Ziel verfolgt wie Klinsmann im WM-Jahr: Wir wollen und können Europameister werden.

Vor dreieinhalb Jahren entwarf der 62-Jährige, für den nach der EM Schluss sein wird, dazu ein Strategiepapier. Die Weltmeisterschaft mit dem Achtelfinal-Aus gegen die Ukraine im wohl schlechtesten WM- Spiel kam für das ebenfalls noch im Aufbau befindliche Team noch ein wenig zu früh.

Vor der Partie im kleinsten der acht EM-Stadien, deren Fassungsvermögen von 30 000 bis 50 000 Zuschauer reicht, spricht eigentlich nur eines für die Österreicher: Die Bilanz. In 38 Duellen gewannen sie 24 Mal. Im Skifahren sind wir gegen die Schweiz derzeit Favorit, im Fußball aber Außenseiter, sagte Hickersberger, der im 39. Nachbarduell schon mit einem Remis sehr zufrieden wäre.


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