Sochaux - Hochmut kam vor dem Fall. Nach dem unerwarteten Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft in Deutschland sind Frankreichs Fußballer in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich wieder unsanft auf dem Boden der Realität gelandet.
Die 0:1-Pleite in Schottland war ein Warnschuss für die Grande Nation, um eine ähnlich mühsame Qualifikation wie zur WM 2006 zu vermeiden. In der starken Qualifikationsgruppe B mit Weltmeister Italien, den führenden Schotten und WM-Teilnehmer Ukraine kann sich die Équipe tricolore nun kaum noch Ausrutscher erlauben.
Schon gar nicht gegen den Fußball-Zwerg Färöer-Inseln, gegen den die Blauen in Sochaux ihren Fauxpas von Glasgow wieder gutmachen und ihren Frust bewältigen wollen. Wer den Weltmeister Italien 3:1 schlägt, sollte die Färöer eigentlich nicht fürchten. Dabei hatte Trainer Raymond Domenech schon vor dem Schottland-Spiel vergeblich vor einer gewissen Selbstüberschätzung gewarnt. Zwar verloren die Insulaner jeweils mit 0:6 gegen Schottland und Georgien, doch beim 0:1 gegen Litauen zogen sie sich sehr achtbar aus der Affäre.
Alle erwarten von uns einen hohen Sieg und sichere drei Punkte. Aber nach unserer Vorstellung von Glasgow haben wir keinerlei Grund, unseren Gegner zu unterschätzen, meinte Domenech, für den das 0:1 in Schottland die erste Pflichtspielniederlage in seiner zweijährigen Amtszeit war. Das im Elfmeterschießen gegen Italien verlorene Berliner WM-Finale gilt offiziell als Unentschieden.
Dass Domenech gegen den Fußball-Zwerg ein Torwart-Problem hat, dürfte angesichts der Kräfteverhältnisse kaum ins Gewicht fallen. Nach dem Rücktritt von Fabien Barthez steht auch dessen bei der WM Zähne knirschend auf der Bank sitzender Rivale Grégory Coupet nicht zur Verfügung. Der Keeper vom Meister Olympique Lyon fällt wegen einer Fingerverletzung aus, die er sich im Hampden-Park zugezogen hatte.
Nachnominiert wurde der für Fiorentina Florenz spielende Sébastien Frey, doch wird wahrscheinlich Mickael Landreau zu seinem vierten Länderspieleinsatz kommen. Gutes Omen: In seinen bisher drei Einsätzen gegen Mexiko (4:0), Neuseeland (5:0) - jeweils beim Confederations Cup 2003 - und Polen (0:0) blieb der Torhüter von Paris St. Germain ohne Gegentor.
Wie ernst Domenech die Partie in Sochaux nimmt, zeigt, dass bis auf die zurückgetretenen Zinédine Zidane und Barthez neun Vize- Weltmeister in der Anfangsformation stehen könnten. Darunter ist auch der gegen Schottland leicht am Knie verletzte Willy Sagnol vom deutschen Meister Bayern München.
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