Bratislava - Die deutschen Fußballer sind gewarnt, doch für Gastgeber Slowakei ist der 5:1-Kantersieg in Wales nicht mehr als eine wunderbare Erinnerung.
Wales ist Vergangenheit - wenn auch eine schöne, kommentierte die Tageszeitung Sme und meinte: Im Blick ist jetzt mit Deutschland ein Gegner viel schwereren Kalibers. Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen den WM-Dritten in Bratislava gaben sich slowakische Medien sowie Spieler und Trainer realistisch. Mit dem 5:1 hätten Karhan und Co. vor allem einen warnenden Zeigefinger für den nächsten Gegner Deutschland erhoben. Vier Tage nach dem Schützenfest müssen die Spieler von Trainer Dusan Galis Farbe bekennen und Mut beweisen.
Die nach der deftigen 0:3-Heimniederlage gegen Tschechien gefährlich ins Wanken geratene Position von Galis ist nach dem Erfolg gegen Wales zwar vorübergehend wieder gestärkt. Die Tageszeitung Pravda warnte aber: Es ist nicht ideal, wenn der Nationaltrainer mehr Funktionen hat als ein japanischer Computer. Galis ist seit kurzem auch Parlamentsabgeordneter und zugleich Sport-Beauftragter der neuen slowakischen Regierung. Wirklich zu Fall bringen dürften den Trainer wohl nur Niederlagen - eine einzige gegen Deutschland könnte aber schon reichen, mutmaßte die Pravda. Sie könnte die Träume des slowakischen Teams, zum ersten Mal bei einer EM-Endrunde dabei zu sein, schon begraben.
Die Frage der Sicherheit scheint von den Gastgebern offenbar unterschätzt zu werden. Allein die Tatsache, dass es im Vorjahr beim Freundschaftsspiel gegen Deutschland nach Ausschreitungen deutscher Fans Verletzte gab, wird in der Slowakei nur auf der Grundlage deutscher Printmedien zitiert. Erwähnt werden auch die mehrfach geäußerten Befürchtungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Von eigener Sorge vor Krawallen ist hingegen in der Slowakei nicht viel zu bemerken. Die Polizei glaubt, dank strengster Sicherheitsmaßnahmen alles im Griff zu haben.
Trotz aller Warnungen aus Deutschland, keine Karten an deutsche Fans zu verkaufen, platzierte der Slowakische Fußball-Verband auf seiner Homepage - extra in roter Schrift hervorgehoben und in sehr mangelhaftes Deutsch übersetzt - Ticket-Offerten an Auslandszuschauer. Die Karten kosten umgerechnet 27 Euro, die billigsten Karten für slowakische Zuschauer sind für die Hälfte zu haben. Das kann auch als Einladung an die gewöhnlich sehr aktiven slowakischen Schwarzhändler verstanden werden.
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