Berlin/London - Jens Lehmann stand erneut nicht im Tor des FC Arsenal, trotzdem hofft Joachim Löw weiter auf einen Einsatz seiner verletzten Nummer 1 im EM-Qualifikationsspiel gegen Wales.
Der 37 Jahre alte Schlussmann zählte wegen einer Entzündung am Ellbogen nicht einmal zum Kader der Gunners beim Premier-League-Spiel gegen den FC Portsmouth. Löw konnte bei einer Stippvisite auf der Funkausstellung in Berlin noch keine genaue Prognose stellen. Der Bundestrainer verwies aber bei angeschlagenen oder zuletzt verletzten Akteuren auf die längere Zeitspanne bis zur Partie am 9. September in Cardiff. Das Wichtigste ist: Wir haben ein paar Tage mehr Zeit zur Vorbereitung, sagte Löw.
Nach der Achillessehne bereitet der Ellbogen Lehmann aktuell große Probleme und dem Bundestrainer Kopfzerbrechen. Ich kann meinen rechten Arm nicht durchstrecken, sagte Lehmann in der Bild am Sonntag. Allerdings verspüre er bereits eine Besserung, fügte der Torwart hinzu. Löw hat sich für das Punktspiel in Cardiff sowie das Freundschaftsspiel vier Tage später in Köln gegen Rumänien allerdings gleich doppelt gewappnet: Im 22-köpfigen Aufgebot, das fünf Tage vor der Partie in Köln zusammenkommt, stehen in Timo Hildebrand (FC Valencia) und Robert Enke (Hannover 96) zwei weitere Keeper.
Löw konnte bei seinem Berlin-Besuch erneut die seit der WM ungebrochene Euphorie um die Nationalmannschaft spüren. Mehrere hundert Fans umlagerten den Stand des DFB-Sponsors LG, an dem der Bundestrainer Fan-Fragen beantwortete und Autogramme schrieb. Unabhängig von den Ausfällen wichtiger Leistungsträger wie der verletzten Michael Ballack und Torsten Frings sowie des gesperrten Bernd Schneider strebt er im ersten Punktspiel der EM-Saison einen weiteren Schritt auf dem Weg zur EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz an. Im Moment haben wir eine sehr gute Ausgangsposition, die wollen wir ausbauen. Wir fahren nach Wales und spielen auf Sieg, kündigte der 47-Jährige an. Mit 19 Punkten führt Deutschland die Gruppe D klar an, Wales hat nur sieben Zähler.
Nach dem kurzen Besuch auf der Funkausstellung eilte Löw gleich weiter nach Hamburg. Beim Bundesligaspiel zwischen dem Hamburger SV und Bayern München wollte er sich persönlich ein Bild von der Verfassung seiner Rückkehrer Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger, Marcell Jansen und Lukas Podolski machen, die alle beim jüngsten 2:1-Prestigeerfolg gegen England wegen Verletzungen gefehlt hatten.
Am Rande einer Tagung mit den Bundesligatrainern am Tag nach dem Bundesliga-Klassiker in der Hansestadt will sich Löw auch noch mit Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld über die Verfassung von Klose, Jansen und insbesondere Podolski unterhalten. Das Okay für eine Berufung der zuletzt verletzten Münchner Akteure hatte Hitzfeld dem Bundestrainer bereits vorab gegeben. Ich habe nichts dagegen. So eine Nominierung ist immer auch ein Ansporn. Und sie müssen ja Spielpraxis sammeln, sagte Hitzfeld gerade mit Blick auf Podolski. Löw plant für Wales fest mit Klose im Angriff und Schweinsteiger im arg geschwächten Mittelfeld. Bei Podolski will Löw dagegen nach dessen langwieriger Knieverletzung zunächst einmal sehen, wie belastbar er ist.
Ob abgesehen von Lehmann alle Nationalspieler gesund nach Köln anreisen können, war zwei Tage vor dem Treffpunkt offen: Denn gleich ein Dutzend der für die Länderspiele nominierten 22 Akteure waren noch für ihre Vereine im Einsatz.
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