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Hutwelkers Kampf gegen den Krebs: Es geht besser | 2006-10-11


Augsburg - Im Kampf gegen den Krebs hat Karsten Hutwelker einen großen Schritt gemacht, doch der Fußball-Profi des FC Augsburg braucht auf dem Weg zur Genesung weiterhin jede Menge Kraft.

Die Operation ist super verlaufen. Dabei wurde festgestellt, dass der Tumor meine Lymphknoten nicht befallen hat, sagte der gebürtige Rheinländer, dem die Ärzte noch eine Chemotherapie empfehlen. Der Professor, der mich operiert hat, hat zu mir gesagt, er ist sich fast sicher, dass er den Krebs zu 100 Prozent entfernt hat. Aber wenn ich sein Bruder wäre, würde er mir zu der Chemo raten, schilderte Hutwelker, der im kommenden Jahr sein Comeback beim Zweitligisten geben will.

Angefangen hatte die Leidensgeschichte mit einer vermeintlichen Lappalie. Wegen der Schwellung an einem Backenzahn im linken Unterkiefer suchte Hutwelker den Zahnarzt auf. Nichts Schlimmes, dachte sich der 35-Jährige. Doch von einer Minute auf die andere veränderte sich die bisher so heile Welt des Familienvaters, denn die Gewebeuntersuchungen ergaben eine erschütternde Diagnose. Im linken Unterkiefer hatte sich Knochenkrebs gebildet - Hutwelker war von einer äußerst seltenen Form der heimtückischen Krankheit befallen.

Der Schock saß tief, doch Hutwelker gab nicht auf. Ich war schon immer ein Kämpfer und ich werde auch jetzt kämpfen, sagte sich der Ex-Bundesliga-Profi, der Unterstützung durch viele Fans erfuhr. Denn der Wandervogel war vor seinem Wechsel nach Augsburg im Sommer 2004 bei Fortuna Düsseldorf, Wattenscheid 09, Wuppertaler SV, Carl-Zeiss Jena, VfL Bochum, 1. FC Köln, LR Ahlen, 1. FC Saarbrücken, AC Florenz, Eintracht Braunschweig und Jahn Regensburg aktiv. Selbst in Florenz füllten sich nach Bekanntwerden seiner Krankheit Dutzende Internet-Seiten in den Fan-Foren mit Genesungswünschen.

Ungewöhnlich offen ging Hutwelker mit seiner Krankheit um, machte sie selbst publik und nur wenige Tage nach der Operation in der Uni-Klinik Köln war schon vom Erfolg des Eingriffs in der Zeitung zu lesen. In einer sechsstündigen Operation waren dem 35-Jährigen sieben Zentimeter Kieferknochen und sieben Zähne entfernt worden. Die Ärzte pflanzten ein Stück Beckenknochen als Ersatzstück ein, Haut- und Gewebeteile wurden am Handgelenk entnommen, die Zähne werden später durch Implantate ersetzt.

Mittlerweile erholt sich Hutwelker mit Ehefrau Alexandra, Sohn Lennox und Töchterchen Vivie in seinem Haus in Erftstadt. Essen kann er derzeit nur Suppe und Joghurt. Mehr geht noch nicht, sagt der Wahl-Augsburger, der schon sechs Kilo abgenommen hat. Mir geht es aber von Tag zu Tag besser.

Nun muss der Profi-Fußballer noch die schwierige Entscheidung treffen, ob er die Chemotherapie mit ihren vielen Nebenwirkungen über sich ergehen lässt. Ich muss jetzt die Argumente für oder gegen eine Chemo abwägen. Darum spreche ich erst persönlich mit allen involvierten Ärzten. Dann werde ich meine Entscheidung treffen. Während Hutwelker hier noch zögert, steht für ihn eines auf jeden Fall fest: Seinen 71 Erstliga- und 180 Zweitliga-Spielen werden noch einige folgen.


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