Bratislava - 6:1, 0:3, 5:1, 1:4 - die Fortsetzung der Achterbahnfahrt mit der slowakischen Nationalmannschaft hat Marek Mintal und Robert Vittek auf den Magen geschlagen.
Mit bitterer Miene suchten die Bundesliga-Profis vom 1. FC Nürnberg nach einer Erklärung für die Pleite gegen Deutschland und mussten schließlich schlicht die Überlegenheit des Gegners eingestehen. Die Deutschen waren einfach zu gut. Sie spielen schnell und schießen vier schöne Tore. Sie spielen 90 Minuten souverän, sagte Mintal.
Statt dem DFB-Team wie vor 13 Monaten beim 2:0-Erfolg eine schmerzhafte Niederlage beizubringen, mussten diesmal die Slowaken ihre Wunden lecken. Die Enttäuschung ist groß, wir haben etwas ganz anderes erwartet, sagte Vittek. Wie der Wolfsburger Miroslav Karhan wollen Vittek und Mintal nun mit Erfolgen in der Bundesliga ihren Frust besiegen. Allerdings zog sich Vittek auch noch eine schmerzhafte Rückenblessur zu und musste in der Halbzeitpause fitgespritzt werden. Ich hoffe, dass es bis Sonntag geht, sagte er.
In ihrer Heimat richtet sich die Kritik hauptsächlich gegen Nationatrainer Dusan Galis. Nach der erneuten Heimpleite wurde in der Slowakei mit dessen Ablösung gerechnet. Dieser kam der umstrittene Coach am Tag nach der Pleite mit seinem Rücktritt wahrscheinlich zuvor. Der frühere Bundesliga-Profi Jan Kocian steht schon als Nachfolger bereit. Galis, der auch einen Sitz im nationalen Parlament hat, hegt mittlerweile eine Dauerfehde mit den Medien. Haben Sie Ihren Fernsehsender mal mit dem deutschen TV verglichen, blaffte er einen Journalisten an, der den Qualitätsunterschied zwischen deutscher und slowakischer Elf angeprangert hatte.
Wie von DFB-Kapitän Michael Ballack prophezeit, versagten den Slowaken wieder einmal in einem wichtigen Spiel die Nerven. Schon in der WM-Relegation 2005 gegen Spanien und beim 0:3 im Prestigeduell mit Tschechien im September waren sie weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Auch diesmal folgte auf das beeindruckende 5:1 in Wales das Versagen im Schlüsselspiel und dann Selbstkritik. Vittek: Wir haben selbst schuld. Wir waren zu passiv und waren überhaupt nicht gefährlich. Mit nur sechs Punkten aus vier Spielen bleibt den Slowaken nur noch ein kleiner Funken Hoffnung auf die EM-Teilnahme.
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