München - Dem TSV 1860 München winkt die Tabellenspitze, dem SC Freiburg droht der Sturz in die Bedeutungslosigkeit - nach dem 7. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga könnten sich die Wege der mit vielen Ambitionen gestarteten Süd-Clubs endgültig trennen.
Durch einen Sieg beim Schlusslicht Eintracht Braunschweig wollen die Münchner Löwen zumindest für 48 Stunden den Spitzenplatz einnehmen. Der in die Kritik geratene Freiburger Coach Volker Finke hofft nach dem schlechtesten Saisonstart seit 21 Jahren ausgerechnet beim Aufstiegsanwärter MSV Duisburg auf den dringend notwendigen Befreiungsschlag. Erst beim Montagsspiel empfängt der 1. FC Köln im Spitzenspiel den Tabellenführer Karlsruher SC.
Vor dem Löwen-Duell in Braunschweig gab 1860-Coach Walter Schachner seinen Akteuren einen ganz speziellen Rat: Ich will, dass sie frech sind, schmutzig. So wie der Podolski, sagte der Österreicher. Obwohl die Münchner mit nur zwei Gegentoren in sechs Spielen gemeinsam mit Hansa Rostock die beste Defensiv-Bilanz im deutsche Profi-Fußball aufweisen, forderte Schachner von seiner Elf mehr Biss. Mit einem Dreier in Braunschweig, wo nach der Trennung von Trainer Michael Krüger vorerst Interimscoach Willi Kronhardt das Team betreut, könnte 1860 (12 Punkte) an Karlsruhe, Rostock (beide 14) und Köln (12) vorbeiziehen.
Mit der wohl schwierigsten Situation seiner 16-jährigen Amtszeit sieht sich in Freiburg Trainer Finke konfrontiert. Statt zielstrebig zurück ins Fußball-Oberhaus zu drängen, sind die noch sieglosen Breisgauer (4 Punkte) nur einen Zähler vom Tabellenende entfernt. Es gibt bei uns eine Differenz zwischen Spielleistung und Ergebnissen. Unser Spiel ist aber nicht desaströs, meinte Finke. Während er beim MSV voraussichtlich seine Bestbesetzung aufbieten kann, müssen die ordentlich in die Saison gestarteten Duisburger (11 Punkte) auf Torhüter und Kapitän Georg Koch verzichten. Wenn er es bis Freitag schafft, wäre es ein Wunder, sagte MSV-Coach Rudi Bommer.
Bei Wacker Burghausen peilt Rostock am Sonntag den Sprung auf Rang eins an. Wir müssen endlich auch mal die Heimleistung auswärts bestätigen, forderte Hansa-Manager Stefan Studer. Einen Tag später könnte der KSC den Hanseaten die mögliche Tabellenführung aber wieder abknöpfen. Dabei können die Karlsruher auf den bisher überragenden Ex-Kölner Giovanni Federico bauen, FC-Trainer Hanspeter Latour muss hingegen weiter auf den verletzten Toptorjäger Patrick Helmes verzichten.
Gegen Erzgebirge Aue will der 1. FC Kaiserslautern den vierten Heimsieg feiern, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren. Der unter dem neuen Trainer Roland Seitz noch unbesiegte SC Paderborn kann mit einem Erfolg gegen Aufsteiger TuS Koblenz ebenfalls oben dran bleiben. Im bayerisch-fränkischen Derby empfängt bereits am Freitagabend Aufsteiger FC Augsburg die SpVgg Greuther Fürth. Auf den ersten Dreier hoffen Kickers Offenbach (gegen Rot-Weiß Essen) und die SpVgg Unterhaching (beim FC Carl Zeiss Jena).
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