München - Lukas Podolski und Deutschland marschieren mühelos Richtung EM, die große europäische Fußball-Konkurrenz hat dagegen deutlich mehr Probleme.
Während die deutsche Auswahl mit dem dritten Sieg im dritten Spiel souverän Kurs auf die Europameisterschaft 2008 genommen hat, wartet auf Weltmeister Italien, den WM-Zweiten Frankreich sowie England wohl ein wahrer Krimi im Kampf um das EM-Ticket - so eng geht es in den Gruppen zu.
Am vierten Qualifikations-Spieltag hagelte es Kritik für die Niederlande (2:1 gegen Albanien) und reichlich Spott für England (0:2 in Kroatien). Durch keinesfalls berauschende Erfolge nahmen sich Italien (3:1 in Georgien) und Frankreich (5:0 gegen die Färöer) jedoch vorerst aus der Schusslinie. Ein großer Sieger war der gefeierte Otto Rehhagel mit Europameister Griechenland nach dem 4:0 in Bosnien-Herzegowina.
Zur Lachnummer des Tages machte sich Englands Torhüter Paul Robinson, der beim 0:2 gegen Kroatien nach einem Rückpass von Gary Neville slapstickreif am Ball vorbei säbelte. Ein blödes Ding, aber ich konnte nichts machen, sagte der Keeper nach dem Fehltritt über den äußerst unglücklich hoppelnden Ball. Das Eigentor zum 0:2 besiegelte nicht nur die Niederlage und den Verlust der Tabellenspitze, sondern ließ auch die Luft für Englands neuen Trainer Steve McClaren dünner werden. Wir haben keine Hoffnung und keine Idee, kritisierte das Boulevardblatt Sun das eigene Team.
Auf der Insel werden die Diskussionen lauter, ob McClaren, der den einstigen Kapitän David Beckham ausmusterte, der richtige Mann für den Job ist. Wenn wir verlieren, habe ich die Kritik zu akzeptieren. Das gehört zum Job, sagte McClaren, der gegen Kroatien an Sorgenkind Wayne Rooney festhielt. Der Stürmer wartet seit mehr als zwei Jahren auf ein Pflichtspieltor für die Auswahl. Mit je sieben Punkten ist es in der Tabelle der Gruppe E zwischen England (4 Spiele), Mazedonien (4), Israel (3) und Kroatien (3) äußerst spannend.
Während Rooney kein Mittel gegen seine Ladehemmung findet, macht Frankreichs Star Thierry Henry (38 Tore) in der Rekordtorliste weiter Boden auf die französische Fußball-Legende Michel Platini (41 Tore) gut. Wenn ich den Rekord breche, dann ist das eine Ehre für mich, sagte der Angreifer, der einen der fünf Treffer zum mühelosen Erfolg beisteuerte. In einem Einbahnstraßenspiel hatten die Blauen kein Problem, ihren Gegner auszustechen, schrieb Le Parisien.
Nach dem zweiten Sieg in Serie steht Italien auf dem dritten Platz in der Gruppe B, in der es zwischen Frankreich (4 Spiele/9 Punkte), Schottland (4/9), Italien (4/7) und der Ukraine (3/6) reichlich eng zugeht. Sicher kann man einiges verbessern, aber die Einstellung stimmt. Jetzt schauen wir mit mehr Selbstvertrauen in die Zukunft, sagte Trainer Roberto Donadoni dem Druck erfolgreich trotzend. Weiter so, Donadoni!, lobte die La Gazzetta dello Sport nach dem 3:1-Pflichtsieg gegen Klaus Toppmöllers Georgien.
Die Niederlande mit dem wegen seiner Nominierungs-Politik kritisierten Bondscoach Marco van Basten boten gegen Albanien nur Magerkost. Nach einem 2:0 zur Pause stellte die Elftal das Fußballspielen weitgehend ein und musste sich mit einem 2:1 begnügen. Oranje zeigt einen beängstigenden Rückfall, kritisierte die Zeitung Trouw. Das seltene Erlebnis eines Sieges gab es für Malta beim 2:1 gegen Ungarn - der erste Dreier in der EM-Qualifikation seit 24 Jahren. Nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit durfte sich die Türkei freuen. In Frankfurt/Main gewannen Hamit Altintop & Co. dank vierer Tore von Altstar Hakan Sükür gegen Moldawien mit 5:0.
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