Wegen Antisemitismus: Spiel neu angesetzt | 2006-10-13
Berlin - Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hat das wegen antisemitischer Vorfälle abgebrochene Kreisliga-B-Spiel VSG Altglienicke II gegen TuS Makkabi II vom 26. September neu angesetzt und Strafen gegen Spieler, Trainer und Verein verhängt.
Die Altglienicker müssen die nächsten zwei Pflichtspiele nach Rechtskraft des Urteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Die auf dem Spielformular aufgeführten 14 Spieler, die Trainer und Betreuer des Vereins erhielten die Auflage, an einem Seminar des BFV gegen Rassismus teilzunehmen. Diese Entscheidung teilte der BFV in einer Presseinformation mit.
Die Kosten des Seminars müssen die Spieler anteilig unter Mithaftung des Vereins tragen. Allen, die die Teilnahme verweigern, droht ein neues Verfahren zur Aberkennung des Spielrechts bis zur Teilnahme am Rassismus-Seminar.
Der Spielabbruch vor zwei Wochen hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Mannschaft von Makkabi hatte wegen angeblicher antisemitischer Sprüche und Gesänge aus dem Zuschauerbereich nach 78 Minuten das Spielfeld verlassen.
Altglienicke muss bis zum Ende der Saison 2007/2008 zu jedem Heimspiel seiner ersten oder zweiten Herrenmannschaft fünf durch Armbinden gekennzeichnete Ordner stellen. Sie haben bei Auftreten rassistischer Tendenzen sofort geeignete Maßnahmen zur Unterbindung zu ergreifen. Ein Urteil gegen den Schiedsrichter der abgebrochenen Partie wurde zusammen mit der schriftlichen Urteilsbegründung angekündigt.