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Erster Heimsieg: VfB schlägt Leverkusen 3:0 | 2006-10-14


Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat im vierten Anlauf seinen ersten Heimsieg in der Fußball-Bundesliga gelandet. Die starken Schwaben bezwangen vor 35 000 Zuschauern im Daimlerstadion Bayer Leverkusen mit 3:0 (1:0) und machten in der Tabelle einen Sprung auf den sechsten Platz.

Mario Gomez (22.) hatte mit seinem vierten Saisontreffer den VfB in Führung gebracht. Arthur Boka, der Abwehrspieler aus der Elfenbeinküste, ließ sich für das 2:0 (48.) feiern. Thomas Hitzlsperger erzielte vier Minuten nach seiner Einwechslung das 3:0 (76.).

Regisseur Antonio da Silva scheiterte noch mit einem umstrittenen Elfmeter an Schlussmann Jörg Butt (62.). Bayer-Kapitän Carsten Ramelow hatte den Ball an den Arm bekommen, als er bei einem Freistoß sein Gesicht schützen wollte und dafür auch noch Gelb-Rot sah. Während die neu formierte Stuttgarter Mannschaft einen immer gefestigteren Eindruck macht und zum ersten Mal in dieser Saison kein Gegentor bekam, enttäuschte Bayer vor allem im Angriff und wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg dieser Saison.

Meine Mannschaft hat heute ein erstklassiges Spiel gezeigt, sagte VfB-Coach Armin Veh. Ich denke schon, dass es die beste Leistung war, seit ich hier bin. Dagegen kritisierte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler die Gäste-Profis scharf: Die Hälfte der Mannschaft bestand aus Totalausfällen. Butt erklärte, sein Team habe Schrott gespielt. Nach Meinung von Nationalspieler Bernd Schneider, der auf der ungewohnten rechten Abwehrseite auflief, hätte es am Ende sogar 6:1 oder 7:1 stehen können, wenn Stuttgart seine Torchancen besser genutzt hätte.

Der VfB trat wieder mit Kapitän Fernando Meira an, der wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade fünf Wochen pausiert hatte. Doch das Comeback des Kapitäns dauerte nur 35 Minuten: Dann musste er wieder angeschlagen hinaus. Der mexikanische Außenverteidiger Ricardo Osorio fehlte wegen einer Fußverletzung. Zum ersten Mal von Anfang an in der Bundesliga spielte Mittelfeldtalent Sami Khedira (19), der seine spielerische Klasse mehrfach bewies. Ohnehin hatte Veh aus dem Jungbrunnen geschöpft: Nach Meiras Auswechslung betrug der Altersdurchschnitt der Stuttgarter nur 24 Jahre.

Vehs Kollege Michael Skibbe hatte in Sergej Barbarez, Stefan Kießling, Andrej Woronin und Paul Freier im Angriff eine sehr offensiv orientierte Aufstellung gewählt. Doch die Leverkusener kamen im ersten Durchgang nur zu einer Chance: Ein Freistoß von Schneider köpfte Juan übers Tor (16.).

Der Angriff des VfB brauchte eine Anlaufzeit, dann aber schlug Gomez zu: Nach einem Pass von Roberto Hilbert schüttelte der U21-Nationalspieler die gegnerischen Abwehrspieler ab und schoss zum 1:0 ein. Sein Sturmpartner Cacau hatte in der 39. Minute die Riesenchance zum 2:0, scheiterte jedoch unbedrängt an Torwart Butt.

Der enttäuschende Kießling musste prompt zur Pause raus und Tranquillo Barnetta Platz machen. Doch bevor sich Leverkusen darauf eingestellt hatte, gab es den nächsten Rückschlag: Einen an sich harmlosen Schuss von Boka fälschte Schneider zum Stuttgarter 2:0 ab. Der Bayer-Routinier hätte dies um ein Haar nur wenige Minuten später wieder gut gemacht, traf aus 14 Metern aber nur den Innenpfosten.

Die hoch überlegenen Stuttgarter vergaben danach weitere gute Chancen. Die endgültige Entscheidung führte ausgerechnet der zuletzt oft kritisierte Nationaltorwart Timo Hildebrand herbei: Sein Abschlag landete bei Gomez, der für Hitzlsperger auflegte. Der WM-Teilnehmer empfahl sich mit einem satten Schuss zum 3:0 für einen Stammplatz.


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