Bochum - Werder Bremen hat erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erklommen und sich in beeindruckender Manier in den Kreis der Topfavoriten zurückgespielt.
Das Team von Trainer Thomas Schaf gewann beim Tabellenletzten VfL Bochum mit 6:0 (1:0) und profitierte von der Schützenhilfe des FC Bayern bei dessem Sieg gegen den bisherigen Klassenprimus Hertha BSC. Vier Tage vor dem nächsten Auftritt in der Champions League gegen Levski Sofia sorgten die Torschützen Aaron Hunt (7.), Christian Schulz (60.), Jurica Vranjes (76.), Diego (77.), Clemens Fritz (88.) und Naldo (90.) vor 31 328 Zuschauern im ausverkauften Rewirpower-Stadion für den verdienten Sieg der Gäste. Für den Aufsteiger aus Bochum, der bereits seine dritte Heimschlappe kassierte, stehen schwere Zeiten bevor.
Mit einem zufriedenen Lächeln warf Werder-Trainer Schaaf einen Blick auf die Tabelle: Uns wurde zu Saisonbeginn bereits eine Krise eingeredet. Gut, dass wir unseren Weg in Ruhe weitergegangen sind, sagte er mit Verweis auf den Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen. Von einem solchen Trend kann jedoch beim VfL Bochum nicht die Rede sein. Uns hat heute alles gefehlt. Eigentlich wollten wir es heute richtig knallen lassen, aber der Knall ging nach hinten los, klagte Mittelfeldspieler Thomas Zdebel.
Der Auftritt von Sänger Herbert Grönemeyer, der vor dem Anpfiff die Mannschaftsaufstellung verlas und zusammen mit den VfL-Fans sein Bochum-Lied anstimmte, konnte die Gastgeber nicht wie erhofft inspirieren. Gegen die stark aufspielenden Bremer, die trotz der Ausfälle von Tim Borowski und Patrick Owomoyela von Beginn an die Regie übernahmen, gab es einen klassischen Fehlstart. Bereits nach sieben Minuten nutzte Angreifer Hunt das Durcheinander in der VfL- Deckung, als er per Nachschuss aus 12 Metern mit seinem zweiten Saisontreffer die 1:0-Führung für Werder erzielte.
Der frühe Treffer bestärkte die Bremer in ihrem Bestreben, das Spiel zu kontrollieren. Sie erspielten sich zahlreiche Torchancen, gingen aber allzu fahrlässig damit um. So verpassten Frank Baumann (23.) und Diego (27.) eine Mögliche Vorentscheidung. Der VfL agierte über weite Strecken hilflos: Bis zur Pause erlebte Werder-Torhüter Tim Wiese einen geruhsamen Nachmittag. Das war in der ersten Halbzeit ein bisschen dünn, klagte Grönemeyer.
Auch nach Wiederanpfiff bekam der bekennende VfL-Fan nicht mehr von seiner Mannschaft geboten. Nur einmal deutete sie Torgefahr an, als Zdebel (54.) mit einen Volleyschuss aus 18 Metern knapp das Tor verfehlte. Nur sechs Minuten später sorgte Werder für klare Verhältnisse: Aus kurzer Distanz markierte Schulz das verdiente 2:0 für die Gäste. Damit war die ohnehin nicht allzu ausgeprägte Gegenwehr der Bochumer endgültig gebrochen. Einwechselspieler Vranjes, der überragende Spielmacher Diego, Nationspieler Fritz und Naldo machten den Kantersieg der Gäste perfekt.
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