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Magath im Glück - Tor-Gala mit Poldi und Makaay | 2006-10-15


München - Erstmals setzte Felix Magath auf Roy Makaay und Lukas Podolski gemeinsam im Sturm des FC Bayern München - prompt zauberte der deutsche Fußball-Meister.

Bei Magaths 50. Sieg im 75. Bundesligaspiel als Bayern-Trainer verblüfften die beiden bisher nicht miteinander eingesetzten Torjäger mit erstaunlicher Harmonie und machten das Experiment beim unterhaltsamen 4:2 (2:0) gegen Hertha BSC mit jeweils einem Treffer zu einem vollen Erfolg. Na klar geht es auch mit uns beiden zusammen, sagte Podolski, der endlich auch im Verein strahlen konnte: Erst der Sieg mit der Nationalelf in der Slowakei, jetzt der mit Bayern: Da kann man mit der Woche zufrieden sein.

Magath geriet förmlich ins Schwärmen über Podolski, der am 7. Spieltag erstmals für Bayern in der Bundesliga traf: Lukas ist in München angekommen. Er hat ein Klassespiel gemacht. Wie agil er war, wie viel er unterwegs war - es war eine Freude, ihm zuzuschauen. Der Drei-Mann-Sturm mit Makaay, Podolski, Pizarro wirbelte die Berliner Abwehr vor allem in der ersten Hälfte nach Herzenslust durcheinander und sorgte - neben Abwehrspieler Willy Sagnol, der das 2:0 erzielte (15.) - für den Torreigen. 1:0 Makaay (9.), 3:0 Pizarro (53.), 4:2 Podolski (78.) - das passte ins Konzept von Magath: So stellen wir uns das vor. Wir waren auch auf der Bank angetan.

Ausgerechnet Podolski, der Makaay mit einem Traumpass das erste Tor aufgelegt und selbst nervenstark das entscheidende vierte nach den beiden Hertha-Treffern durch Malik Fathi (58.) und Marko Pantelic (73.) zum 3:2-Zwischenstand markiert hatte, wollte von einem neuen Traumsturm des FC Bayern nichts hören. Na klar: Jetzt sagen wieder alle, die drei haben super zusammen gespielt, beklagte der 21 Jahre alte Nationalspieler die Schnelllebigkeit des Fußball-Geschäfts.

Die Erkenntnis des Spiels lautet: Wenn sie sich ergänzen, harmonieren und die Positionen wechseln, ist es problemlos, drei unserer vier Stürmer aufzustellen, sagte Magath. Mittelfeldspieler Mark van Bommel frohlockte: Das Sturmproblem ist weg. Manager Uli Hoeneß freute sich vor allem über den Unterhaltungswert für die 69 000 Besucher in der wie üblich ausverkauften Allianz Arena: Für die Zuschauer war das ein Spiel, das Spaß gemacht hat. Rechtzeitig vor dem Gipfeltreffen beim neuen Tabellenführer Werder Bremen nahmen die Bayern auch in der Liga Fahrt auf, auch wenn an die Partie in Bremen noch keiner denken wollte. Der gegen Hertha mit ungewohnt vielen Ballkontakten und großem Aktionsradius aus der Tiefe agierende Makaay votierte auch für die Zukunft für das mutige System mit drei Spitzen: Wenn man so spielt wie heute, kann man überall so auflaufen.

Für Herthas als Tabellenführer angereiste Bubi-Elf war die spielfreudige Münchner Offensive eine Nummer zu groß. Bayern hat uns in der ersten Halbzeit auseinander genommen, gestand Torhüter Christian Fiedler nach der ersten Saison-Niederlage. Auch Trainer Falko Götz sprach von Lehrgeld, das sein Team gezahlt habe. Insbesondere im Mittelfeld war der Ausfall der Leistungsträger Bastürk und Gilberto nicht zu verkraften. Die Leistung der zweiten 45 Minuten habe ihn dennoch versöhnt, sagte Manager Dieter Hoeneß: Nach der ersten Halbzeit war ich sauer. Aber anschließend so zurückzukommen, ist auch eine Qualität. Gerade mit jungen Leuten sollte man nicht zu hart ins Gericht gehen.


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