Mönchengladbach - Des Trainers neue Fohlen und die beste Heimbilanz aller Clubs sind Borussia Mönchengladbachs Trumpfkarten im Kampf um einen Spitzenplatz in der Fußball-Bundesliga.
Mit dem vierten Heimsieg nacheinander kompensierte das Team von Trainer Jupp Heynckes erneut seine eklatante Auswärtsschwäche und mischt nach dem 3:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg munter im oberen Tabellendrittel mit. Die Mannschaft hat eine großartige Moral gezeigt. Doch wir sind erst dann einen Schritt weiter, wenn wir auch das nächste Spiel gewinnen, befand Heynckes nach dem Erfolg gegen die auswärts seit Monaten sieglosen Niedersachsen.
Nach dem Schock vom Freitag, wie Manager Peter Pander den kurzfristigen Ausfall der beiden Stammspieler Eugen Polanski (Muskelfaserriss) und Bo Svensson (Achillessehnenbeschwerden) bezeichnete, war Gladbachs Trainer zu Umstellungen gezwungen. Davon profitierten der 19 Jahre alte Tobias Levels und Marvin Compper (21), die beide erstmals in dieser Saison in der Startelf standen und den Abwehrverbund sichern sollten. Nach anfänglichen Problemen, die Jung- Nationalspieler Alexander Madlung zum 1:0 für die Gäste nutzte, fanden die neuen Fohlen besser in die Partie. Sie haben ihre Sache gut gemacht. Und der Tüchtige hat das Glück, lobte Heynckes.
Die wie zuletzt zunächst gut eingestellten und konzentriert agierenden Wolfsburger verließ allerdings nach dem Doppelschlag von Peer Kluge und Oliver Neuville (34./35.) der Mut und der Glaube an den Erfolg. Der kurz zuvor eingewechselte Schweizer David Degen, der zu seinem ersten Auftritt im Dress seines neuen Clubs kam, setzte den Schlusspunkt zum 3:1 (83.). Das war ein optimaler Einstand für mich und eine Belohnung für meine Arbeit, sagte der Nationalspieler.
Manager Pander gefiel die Art, wie die Borussia das Spiel drehte. Dafür gebührt der Mannschaft ein großes Kompliment. Das haben die Jungs verdient, meinte er. Von einem Auswärtskomplex wollte Pander allerdings nichts mehr wissen. Wir werden das nächste Spiel in Berlin gewinnen. Damit beschäftigen wir uns diese Woche, sagte er. Auch Torschütze Degen gab sich ahnungslos: Ich kenne diese Auswärtsschwäche nicht, weil ich auswärts noch nicht gespielt habe.
Degens Glück bei seinem sehenswerten Treffer war Michael Stegmayers Pech. Der 21 Jahre alte Wolfsburger Linksverteidiger, der bei zwei Gegentreffern unglücklich agierte, war untröstlich nach der Partie. Das war eine schwarze Stunde für mich. Da habe ich sehr schlecht ausgesehen. Das tut mir Leid für die Mannschaft, sagte er.
Zwei Wochen nach dem Sieg gegen den FC Bayern München ist bei den Niedersachsen mit erst sechs Punkten wieder der graue Alltag im unteren Tabellendrittel eingekehrt. Diese Niederlage tut besonders weh, meinte Trainer Klaus Augenthaler angesichts des guten Starts in die Partie und des Führungstreffers. Doch dann haben wir zu viel Angst bekommen und uns am Ende selbst geschlagen, befand der VfL-Coach, der seit Amtsantritt noch keine zwei Siege in Serie feiern konnte. Da war es am Ende ein schwacher Trost, dass Madlung der erste Treffer einer Gästeelf im Borussia-Park in dieser Saison gelang.
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