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Bremer Galashow in Bochum zur rechten Zeit | 2006-10-15


Bochum - Werder Bremen geht mit reichlich Rückenwind in die entscheidende Phase der Champions League, der VfL Bochum stürmischen Zeiten in der Abstiegszone entgegen.

Mit schelmischem Lächeln kommentierte Trainer Thomas Schaaf den 6:0 (1:0)-Kantersieg seiner Mannschaft und den Sprung an die Bundesliga-Tabellenspitze. Zu Saisonbeginn wurde uns bereits eine Krise eingeredet. Gut, dass wir in Ruhe weitergearbeitet haben. Auch Nationalspieler Clemens Fritz wähnt das Team zurück in der Erfolgsspur: Diesen Sieg kann man als Ausrufezeichen werten.

Angeführt vom überragenden Spielmacher Diego ließ Werder dem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Selbst dem als Mutmacher eingeflogenen Ehrengast Herbert Grönemeyer, der vor dem Anpfiff zusammen mit den Fans inbrünstig sein Bochum-Lied gesungen hatte, wurde beim Spiel seines geliebten VfL angst und bange. Aaron Hunt (7.), Christian Schulz (60.), Jurica Vranjes (76.), Diego (77.), Fritz (88.) und Naldo (90.) sorgten für die höchste Bundesliga-Heimpleite der Bochumer und eine verschärfte Diskussion über die Zukunft von VfL-Trainer Marcel Koller.

Die hohe Zahl von sechs verschiedenen Torschützen spiegelte die mannschaftliche Geschlossenheit der Bremer wieder. Auch Diego, der nicht nur bei seinem famosen Sololauf vor dem 4:0 Szenenapplaus erhielt, stellte sich in den Dienst des Kollektivs. Für den deutlichen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen machte Schaaf das denkwürdige 1:1 in der europäischen Königsklasse gegen den FC Barcelona Ende September verantwortlich: Dieses Spiel hat uns den Glauben und die Kraft wiedergegeben.

Von einem solchen Schlüsselerlebnis können die Bochumer derzeit nur träumen. Begleitet von Koller-Raus-Rufen zahlreicher Fans redete Thomas Zdebel Tacheles. Uns hat heute alles gefehlt. Eigentlich wollten wir es richtig knallen lassen, aber der Knall ging nach hinten los, beklagte der VfL-Mittelfeldspieler den unübersehbaren Klassenunterschied zwischen den Mannschaften.

Selbst Koller sprach von einer Klatsche, wollte sich aber nicht zu ersten Gerüchten über eine drohende Trennung äußern. Auf eine solche Entscheidung habe ich sowieso keinen Einfluss. Meine Aufgabe ist es nun, die Mannschaft wieder aufzurichten und das 0:6 aus ihrem Speicher zu löschen. Schenkt man den Worten von Finanzvorstand Ansgar Schwenken Glauben, erhält der Fußball-Lehrer in den kommenden Tagen dazu Gelegenheit: Wenn es nach mir geht, sitzt Marcel Koller beim Spiel in Dortmund zu 100 Prozent auf unserer Bank.

Sorgen ganz anderer Art plagten Miroslav Klose. Während seine Mitstreiter reichlich für das Bremer Torverhältnis taten, ging der Angreifer erneut leer aus. Seit dem 2. Spieltag wartet der WM-Star schon auf ein Erfolgserlebnis in der Bundesliga. Das wurmt mich schon ein bisschen. Heute hätte ich auch gern getroffen, gestand Klose. Gleichwohl ist er weit davon entfernt, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln: Beim nächsten Mal wird es wieder krachen.


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