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Favoritenbürde zu schwer - Club fehlen Tore | 2006-10-16


Nürnberg - Markus Merk sorgte mit seinem Fehler für jede Menge Aufregung, doch selbst Nürnbergs verärgerter Trainer Hans Meyer suchte die Schuld nicht nur beim ehemaligen Weltschiedsrichter.

Einige beschäftigen sich mehr mit Tabellenpositionen als mit unseren Stärken. Wir haben nicht eine Sekunde souverän gespielt, sagte der Coach des 1. FC Nürnberg nach dem 1:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld - dem fünften Remis in Serie. Zwar blieben die Franken neben Eintracht Frankfurt als einziger Fußball-Bundesligist ungeschlagen, doch bei den fünf Unentschieden ließ der Club schon jede Menge Punkte liegen. Wenn wir bis zum Saisonende nur Unentschieden spielen, sind wir zwar ungeschlagen, aber trotzdem abgestiegen, warnte Meyer.

Auch gegen Bielefeld präsentierten sich die Nürnberger einmal mehr spielstärker als der Gegner, doch die Unbekümmertheit aus der Rückrunde der vergangenen Saison ist weg. Damals holten die Franken aus 17 Spielen 30 Punkte - und waren meistens Außenseiter. Wir sind zur Zeit vom Kopf her nicht frisch, nicht agil. Wir sind momentan nicht in der Lage, dem Spiel den Stempel aufzudrücken wie im Frühjahr, sagte Meyer, der seine Profis in der Länderspielpause Athletiktests unterzog: Die Mannschaft ist fit. Mit der Rolle des Favoriten kann sie aber anscheinend nicht so gut umgehen.

Doch nicht nur die geistige Frische fehlt den Franken, sondern auch die Treffer der Torjäger Marek Mintal und Robert Vittek werden von den Fans schmerzlich vermisst. Gegen die Arminia glich Jan Polak (39.) den unberechtigten Elfmeter von Jörg Böhme (25.) aus. Mintal, der wegen zwei Mittelfußbrüchen lange außer Gefecht war, traf zuletzt im August 2005. Vittek, der in dieser Saison ebenfalls lange verletzt war und noch seinen Rhythmus sucht, hat erst ein Saisontor auf dem Konto - in der Rückrunde der vergangenen Serie waren es 16.

Bielefelds Torwart Marc Ziegler dürfte trotz einer guten Vorstellung lange auf den nächsten Einsatz warten müssen. Wenn Mathias Hain fit ist, wird er auch spielen, sagte Gäste-Trainer Thomas von Heesen. Ziegler hatte bei seinem ersten Bundesligaeinsatz nach mehr als zwei Jahren den an der Wade verletzten Hain ersetzt und Bielefeld mit starken Paraden einen Zähler gerettet.


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