Porto - Mit Kapitän Rafael van der Vaart als Glücksbringer und vielen Durchhalteparolen hat der Hamburger SV die Reise zum wichtigen Auswärtsspiel in der Champions League beim FC Porto angetreten.
Zwar ist der Niederländer nach seiner Oberschenkelverletzung ebenso wenig im Kader wie David Jarolim, der sich gegen Schalke 04 einen Bänderriss in der Schulter zuzog und vier Wochen ausfällt - den Charterflieger bestiegen aber auch die Rekonvaleszenten. Beim portugiesischen Tabellenführer will der Verein seine letzte internationale Chance nutzen und sich nach seiner Pleitenserie als Einheit präsentieren.
Das Spiel in Porto ist ein ganz anderes Spiel, wir haben ein gutes Trainerteam, das die richtigen Maßnahmen einleiten wird. Ich habe keine Sorgen, dass ihnen das Richtige einfallen wird, versicherte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann nach dem 1:2 gegen den FC Schalke 04. Trainer Thomas Doll, der sein zweites Dienstjubiläum als HSV-Cheftrainer feiert, verbreitete wie gewohnt Zuversicht. Wir sind ganz froh, dass wir die Niederlage nicht eine Woche mit uns rumschleppen müssen, sagte er und kündigte selbstbewusst an: Man kann in Porto gewinnen.
Seit sechs Monaten jedoch haben die Hamburger keinen Sieg mehr verbuchen können, in der Königsklasse stehen sie nach zwei Niederlagen gegen Arsenal London und ZSKA Moskau in Gruppe G mit dem Rücken zur Wand. Doch auch die Portugiesen haben noch kein einziges Tor geschossen und nur einen Punkt auf der Habenseite. Bei einem Erfolg hält Doll sogar noch das Erreichen des zweiten Platzes und damit des Achtelfinales für möglich. Natürlich schiele ich noch auf Platz zwei, sagte er.
Im Estadio do Dragao kann Doll den für die Bundesliga gesperrten und nunmehr ausgeruhten Mehdi Mahdavikia in der Viererkette aufbieten. Der Einsatz von Innenverteidiger Vincent Kompany dagegen ist eher unwahrscheinlich. Eine Kernspintomographie ergab eine leichte Leistenzerrung. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, als wir ihn in Osasuna aufgestellt haben, sagte Doll. Es wird wohl eher nichts. In Osasuna musste Kompany schon nach zehn Minuten wieder vom Platz. Ohnehin fehlen werden Thimothee Atouba, Bastian Reinhardt und der gesperrte Benjamin Lauth.
Porto geht nach dem 3:0 in der Liga gegen Maritimo Funchal mit breiter Brust in die Begegnung. Dieses Ergebnis gibt uns wieder neuen Mut und Schwung, sagte Trainer Jesualdo Ferreira, der den Champions-League-Sieger 2003/04 zu Saisonbeginn übernahm. Wir haben nach zwei Niederlagen wieder zu unserem Spiel gefunden. Nun werde er seine Profis mit so vielen Informationen wie möglich über den HSV versorgen. Mit einem Sieg könnte auch Porto wieder ernsthaft um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen.
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