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BVB setzt auf Ricken - Energie zurück in Unterwelt | 2006-10-16


Cottbus - Zum Abschluss der Lausitz-Reise bekam BVB-Coach Bert van Marwijk von seinem Kollegen Petrik Sander persönlich ein frisches Sieger-Pils serviert - ob es auch ein Friedens-Bier auf die eigene Mannschaft war, muss sich aber erst erweisen.

Natürlich lässt es sich jetzt leichter arbeiten, aber es war nur ein kleiner Schritt, kommentierte Dortmunds Kapitän Christian Wörns den zweiten Auswärtssieg der Gelb-Schwarzen in dieser Saison, den van Marwijk als richtige Antwort seines Personals auf die langen Diskussionen um das Innenleben beim sechsmaligen deutschen Meister wertete.

Ich habe die ganze Woche mit den Spielern gesprochen, bemerkte der Borussen-Trainer. Seiner Alles-ist-gut-Bekundung ließen vor allem der lange verletzte und ausgemusterte Lars Ricken und Kopfball- Ungeheuer Markus Brzenska Taten zum 3:2-Auswärtssieg bei Energie Cottbus folgen. Beim 3:1 sind bei Einigen Steine vom Herzen gefallen, bemerkte Wörns zum erlösenden Treffer des Schweizer Nationalspielers Alexander Frei am 7. Bundesliga-Spieltag.

Zuvor hatte vor allem der 30-jährige Ricken, bekanntlich mit seinem Trainer atmosphärisch lange Zeit nicht gerade auf einer Wellenlänge, mit zwei Freistoß-Vorlagen vor den Brzenska-Toren und einer guten Organisation im linken Mittelfeld für einen Befreiungsschlag gesorgt. Natürlich ist das ein besonderer Tag für mich. Ich hatte so viel Spaß, ich hätte noch eine Stunde weiterspielen können, sagte Ricken zu seinem Comeback nach einem Kreuzbandriss.

Fast ein Jahr konnte und durfte der 16-malige Nationalspieler bei van Marwijk nicht in der Startelf ran. Über den Trainingsbetrieb und Einsätze in der 2. Mannschaft kämpfte sich Ricken wieder ran. Man muss ihm hoch anrechnen, dass er sich immer wieder bei den Amateuren freigespielt hat, betonte Kollege Wörns. Ich habe schon schlechtere Tage als heute erlebt, freute sich das Borussia-Urgestein Ricken.

Schon seit 16 Jahren spielt Ricken für den BVB, war bereits am Champions-League-Triumph 1997 beteiligt. Nun könnte es für den Offensivmann tatsächlich nochmals eine neue Chance geben. Er hat einen guten Eindruck hinterlassen, sein Freistöße waren gut, spendete sogar van Marwijk extra Lob, stachelte den Profi aber gleich wieder an: Er hat mir gefallen, aber er kann es immer noch besser. Am Freitag dürfte Ricken im Derby gegen den VfL Bochum wieder erste Wahl sein. Ich bin schon heiß darauf. Zumindest für 24 Stunden können wir Tabellenführer werden, blickte der Routinier voraus.

Während Borussia Richtung Tabellenspitze schielen darf, ist der FC Energie nach der vierten Heimpleite in den Duellen gegen Dortmund zurück in der Unterwelt. Überraschen allerdings kann das in Cottbus niemanden: Wir sind keine Träumer, meinte Kapitän Kevin McKenna, der die Schuld an den beiden Kopfball-Gegentoren auf sich nahm.

Teammanager Sander will auf die ganz harte Linie verzichten: Ich werde jetzt nicht auf irgend jemanden draufhauen. Es ist nichts Weltbewegendes passiert, wir stehen auf Platz 13, haben zwei Punkte Abstand auf einen Abstiegsplatz. Eine Halbzeit lang hatte der Außenseiter sogar die Partie bestimmt, aber mehr als der Treffer des dann verletzten Vragel da Silva kam nicht heraus. Wir sind in der Bundesliga akzeptiert, das sollte uns stolz machen, äußerte Sander - das darf wohl als Motivations-Doping vor dem nächsten Spiel bei Mitaufsteiger Alemannia Aachen verstanden werden.


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