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Köln und KSC spielerisch schwach | 2006-10-17


Köln - Die tabellarische Realität entspricht den hohen Ansprüchen. Doch die Darbietungen auf dem Rasen des Kölner RheinEnergieStadions waren kaum erstligareif: Hektischer Aktionismus bei den Fußball-Profis des 1. FC Köln, angriffstechnische Unwirksamkeit bei denen des Karlsruher SC.

Das 1:1 (0:0) vor 40 000 Zuschauern im Zweitliga-Spitzenspiel offenbarte, dass der Weg in die Erstklassigkeit für beide Teams steinig ist. Für die Trainer war das Remis nach Treffern des Karlsruhers Edmond Kapllani (77. Minute) und des Kölners Pekka Lagerblom (83.) weder Fisch noch Fleisch. Wir hatten einen sehr starken Torwart. Er hat zwei, drei fast schon tausendprozentige Möglichkeiten gehalten, lobte KSC-Chefcoach Edmund Becker den überragenden Markus Miller. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir weiter ungeschlagen sind. Die KSC-Offensive aber war mau. Becker: Im Spiel nach vorn waren wir zu zaghaft.

Für Kölns Trainer Hanspeter Latour gab es eine simple Erklärung dafür, dass die Aktionen seiner Elf an Hau-Ruck-Fußball grenzten: Es kann nicht eingeschliffen und eingespielt sein. Die Runderneuerung seines Teams mit acht Neuverpflichtungen nach dem Abstieg geht noch zu Lasten der spielerischen Elemente, obwohl Latour dies abstritt. Vom Ergebnis sei er enttäuscht, vom Spielinhalt nicht. Doch damit konnte er eigentlich nur das kämpferische Element gemeint haben.

Nach den Niederlagen in Jena und Paderborn ist das Remis gegen einen Mitkonkurrenten im Aufstiegskampf ein weiterer der Rückschläge, von denen FC-Manager Michael Meier schon vor der neuen Saison sprach. Wir wollten drei Punkte gewinnen, und jetzt fehlen uns zwei, kritisierte Kölns Torhüter Stefan Wessels indirekt seine Angreifer.

Speziell Routinier Matthias Scherz überbot sich im Auslassen von exzellenten Möglichkeiten. Latour: Wir hatten fünf, sechs Großchancen. Unsere Ausbeute ist zu knapp ausgefallen. Becker meinte, ein Sieg hätte das KSC-Glück überstrapaziert: Markus Miller hat den Punkt festgehalten. Wir müssen hoch zufrieden sein. Auf den 24 Jahre alten Schlussmann, dessen Marktwert mit zwei Millionen Euro angegeben wird, kann sich der KSC noch lange verlassen: In der Vorwoche verlängerte Miller seinen Vertrag bis 2009.


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