Bremen - Werder Bremen hat sich mit einer konzentrierten Vorstellung gegen Levski Sofia in der Champions League wieder alle Chancen für die europäische Bühne erarbeitet.
Der mühsame 2:0-Erfolg gegen Sofia brachte die Bremer in der Königsklasse zurück ins Rennen um die Achtelfinal-Plätze. Gegen den bulgarischen Meister bot Werder zwar nicht das erhoffte Spektakel, sicherte sich aber mit kühler Effizienz eine gute Ausgangsposition für die kommenden Aufgaben.
Man muss auch mal so ein Spiel ohne besonderen Glanz gewinnen, sagte Trainer Thomas Schaaf, dessen Team zuletzt beim 3:0 gegen Mönchengladbach und vor allem beim 6:0 in Bochum begeisternden Offensivfußball geboten hatte. Unter Rechtfertigungszwang für den nüchternen Auftritt seiner Elf sah er sich indes nicht: Wir haben immer einen hohen Anspruch an uns selbst, doch wir können nicht davon ausgehen, in jedem Spiel Traumfußball abzuliefern. Auch Sportchef Klaus Allofs betonte: Jeder hat gedacht, dass wir hier ein Feuerwerk abbrennen, aber gegen so eine Mannschaft braucht man vor allem Geduld.
Gegen die defensiv kompakten Bulgaren wurden die Bremer Mühen erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte belohnt: Naldos abgefälschter Freistoß brachte das beruhigende 1:0. Sein brasilianischer Landsmann Diego sorgte in der 74. Minute nach schönem Zuspiel von Ivan Klasnic für die Entscheidung. Der erste Sieg im dritten Gruppenspiel machte die Bremer trotz der schier übermächtigen Konkurrenz aus Chelsea und Barcelona noch einmal angriffslustig. Mit dem Sieg sind wir unserem ersten Ziel, der Qualifikation für den UEFA-Cup, deutlich näher gekommen. Aber jetzt wollen wir natürlich mehr, sagte Allofs.
Angesichts des 1:0-Erfolgs der Ballack-Elf gegen Barcelona begannen in Bremen bereits die Rechenspiele. Das ist mir egal, sagte Schaaf zwar gewohnt nüchtern zu dem Resultat aus London. Doch auch wenn Werder nun punktgleich mit den Katalanen ist, hatten sich die Bremer wohl insgeheim eher ein anderes Resultat gewünscht. Eigene Siege in Sofia und gegen Chelsea vorausgesetzt, könnte es im Dezember in Barcelona zu einem großen Endspiel (Allofs) um den zweiten Gruppenplatz kommen. Es wird ein hartes Los, aus Barcelona mit einem Sieg heimkehren zu müssen, vermutete Christian Schulz schon jetzt.
Werders Innenverteidigung mit Naldo und Per Mertesacker harmonierte auch gegen Sofia hervorragend, Torwart Tim Wiese musste keinen einzigen Ball halten. Dass der emsige, aber glücklose Miroslav Klose im Angriff erneut leer ausging, ließ Schaaf kalt. Er spielt hervorragend und wird zwangsläufig wieder Tore machen, sagte er.
Der Trainer hofft zudem auf die Rückkehr der verletzten Frank Baumann und Tim Borowski. Beide Strategen zugleich ersetzen zu müssen, stellte Werder im Mittelfeld vor größere Schwierigkeiten. Auch das war ein Grund, warum das erhoffte Spektakel ausfiel.
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