München - Im Machtkampf um das Präsidentenamt beim TSV 1860 München hat Sportdirektor Stefan Reuter die Kandidaten Karsten Wettberg und Otto Steiner zum Verzicht auf ihre Bewerbung aufgefordert.
Da die Diskussion zum Präsidenten-Wahlkampf ausgeartet ist, wäre es der beste Weg, wenn beide Personen ihre Ambitionen aufgeben, sagte Reuter der Süddeutschen Zeitung. Nur mit dieser Ideallösung sei es offenbar möglich, die Fronten aufzulösen. Zunächst gehe es aber darum, in der Delegiertenversammlung am 23. Oktober einen neuen neunköpfigen Aufsichtsrat für den Fußball-Zweitligisten zu finden.
Das neubesetzte oberste Vereinsgremium solle sich dann in Ruhe neue Kandidaten für das Präsidentenamt anschauen, Gespräche führen und dann den am besten geeigneten Bewerber wählen, sagte Reuter. Der Weltmeister von 1990 beklagte die extremen Fronten bei der Suche nach einem Nachfolger für den noch bis März amtierenden Club-Chef Alfred Lehner: Wir sind nicht in der Politik, wo es eine Regierung und eine Opposition gibt. Wir müssen einen gemeinsamen Weg suchen.
Der frühere Löwen-Coach Wettberg und der Münchner TV-Produzent Steiner hatten in den vergangenen Wochen einen öffentlichen Machtkampf um das Präsidentenamt ausgetragen. Wettberg wird von der Initiative Pro 1860 unterstützt, die bei der Delegiertenversammlung 120 der 230 Delegierten stellt, Steiner von der Fan-Gruppierung ARGE.
Unterdessen stellte der von Löwen-Geschäftsführer Stefan Ziffzer ins Gespräch gebrachte frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel klar, dass er nicht Präsident des Traditionsvereins werden will. Ich glaube nicht, dass es besonders sinnvoll ist, Politiker an die Spitze von Fußball-Vereinen zu setzen, sagte Waigel dem Münchner Merkur. Der Verein brauche so schnell wie möglich Klarheit, und da muss er auch Klarheit haben darüber, dass Theo Waigel nicht zur Verfügung steht, sagte der 1860-Anhänger.
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