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BVB und Bochum sorgen sich um Torhüter | 2006-10-19


Dortmund/Bochum - Borussia Dortmund winkt zumindest für 19 Stunden der Platz an der Sonne, dem VfL Bochum droht ein langer Aufenthalt in düsteren Tabellen-Regionen.

Für die Nachbarclubs hat das 27. kleine Revierderby große Bedeutung. Wir liegen nur zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter. Das ist eine Riesen-Chance. Ich glaube, dass die Spieler das realisiert haben, sagte BVB-Trainer Bert van Marwijk vor dem Duell mit dem Tabellen-Letzten im Signal-Iduna-Park. Man müsse wirklich alles tun, um oben dran zu bleiben, forderte der Niederländer einen selbstbewussten und mutigen Auftritt seiner Elf, der mit dem 3:2 bei Energie Cottbus ein Etappensieg gelang. Doch Kapitän Christian Wörns strebt nach Höherem: Entscheidend ist nicht, Etappen zu gewinnen, sondern unser Saisonziel zu erreichen.

Wesentlich prekärer ist die Lage beim VfL. Nach der 0:6-Schmach gegen Werder Bremen, der höchsten Heimschlappe in Bochums Bundesliga- Historie, war der in die Kritik geratene Trainer Marcel Koller zunächst als Psychologe gefragt. In vielen Einzelgesprächen mit den Profis arbeitete der 45 Jahre alte Schweizer das Debakel auf.

Doch nun fordert der Coach unmissverständlich eine Gegenleistung von seinen Schützlingen. Einen ähnlich leidenschaftslosen Auftritt wie gegen Bremen will er nicht mehr dulden. Gequatscht wurde genug. Jetzt müssen wir auf dem Platz beißen, spucken und treten. Stollen raus und Gas geben, verlangt Koller. Laufen und kämpfen kann jeder. Auch wenn der BVB das größere Budget, das größere Stadion und viel mehr Fans im Rücken habe, dürfe man nicht vor Erfurcht erstarren. Gegen Werder haben sich alle verweigert. Aber ich bin sicher, das wird in Dortmund nicht wieder passieren.

Große Sorgen bereiten den Trainern ihre Stammtorhüter. Sowohl Dortmunds Roman Weidenfeller als auch Bochums Peter Skov-Jensen klagten über starke Rückenprobleme. Weidenfeller konnte erneut nicht trainieren. Ich fühle mich wie ein alter Mann, meinte der Keeper, der sich kaum selbst die Schuhe anziehen kann. Dennoch hofft er, wie in Cottbus mit Hilfe von Spritzen und Massagen noch spielfähig zu werden. Die Tendenz geht dahin, dass ich spiele. Sollte es nicht klappen, käme der erst 21-jährige Sören Pirson zu seinem ersten Bundesligaspiel, weil auch Bernd Meier (Kreuzbandriss) nicht zur Verfügung steht.

Dafür hat van Marwijk im Sturm wieder die Qual der Auswahl, denn Nelson Valdez meldete sich nach seinem Muskelfaserriss in der Wade wieder fit. Dennoch dürfte zunächst der Pole Ebi Smolarek neben Alexander Frei stürmen.

Etwas besser als bei Weidenfeller sieht es bei VfL-Keeper Skov-Jensen aus, der erstmals wieder trainieren konnte. Für ihn stünde notfalls der 36 Jahre alten Ex-Kölner Alexander Bade als Ersatz parat, der den Dänen bisher nur im Pokalspiel in Homburg vertrat. Koller plant darüber hinaus keine großen personellen Veränderungen im Vergleich zum Bremen-Spiel. Ich überlege, ob ich allen 10 Feldspielern die Chance gebe, sich zu rehablitieren.

Bei der Ausgangslage wäre schon ein Remis für den Aufsteiger, dem erst ein Sieg in sieben Saisonspielen gelang, ein Erfolg. Die Ausbeute in Dortmund macht allerdings wenig Mut. Aus den letzten neun Gastspielen stehen acht Niederlagen zu Buche. Der letzte Sieg (1:0) gelang dem VfL am 13. September 1998 durch Delron Buckley.


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