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Barça-Sorgen um Ronaldinho - Real will Revanche | 2006-10-20


Madrid - Etwas Undenkbares war geschehen. Fans von Real Madrid erhoben sich im Bernabéu-Stadion von ihren Sitzen und applaudierten den Fußballern des Erzrivalen FC Barcelona. Die Katalanen hatten den spanischen Rekordmeister vor einem Jahr vorgeführt und 3:0 geschlagen.

Bei den Königlichen hinterließ diese Blamage tiefe Wunden. Und nun bei der Neuauflage des spanischen Fußball-Klassikers schien ihnen ein ähnliches Schicksal zu drohen. Eine Woche zuvor verlor Real beim Vorortclub FC Getafe nicht nur mit 0:1, sondern spielte auch so schlecht, dass seine millionenschweren Stürmerstars Raúl, Ruud van Nistelrooy und Ronaldo nicht ein einziges Mal auf das Tor des Gegners schossen. Dagegen baute Barça mit einem 3:1-Sieg über den UEFA-Pokalsieger FC Sevilla die Tabellenführung aus und vergrößerte den Abstand zum Fünften Real auf fünf Punkte.

Doch binnen weniger Tage kehrten sich die Vorzeichen für das Derby um. Selbst Barça-Präsident Joan Laporta räumte ein: Real ist auf Grund des Heimvorteils Favorit. Die Ursache des plötzlichen Umschwungs: Die Madrilenen rehabilitierten sich in der Champions League mit einem 4:1-Sieg bei Steaua Bukarest; dagegen offenbarte der Meister und Champions-League-Sieger Barça bei seiner 0:1-Niederlage beim FC Chelsea London deutliche Mängel.

Die Katalanen sorgen sich vor allem um ihren Superstar Ronaldinho, der seit Saisonbeginn seiner Form hinterher läuft und nach Ansicht von Kommentatoren nur 50 Prozent seiner Leistungsfähigkeit bringt. Dem Brasilianer fehlt die Spritzigkeit, ihm gelingen keine Dribblings und keine genialen Pässe. Gegen den FC Sevilla schoss er zwar zwei Tore, aber nur bei Standardsituationen.

Barça vermisst zudem seinen Torjäger Samuel Etoo, der gegen seinen Ex-Club Real immer besonders motiviert war. Der Kameruner muss wegen eines Kreuzbandrisses sechs Monate pausieren. Für Barcelona ist ein Spiel ohne Etoo wie eine Hochzeit ohne Braut, meint der Fußballexperte Antonio Merino.

Dagegen spuckte bei Real die Vereinsführung nach dem Sieg in Bukarest wieder große Töne. Wir sind besser als Barcelona, meinte Sportdirektor Pedja Mijatovic. Clubchef Ramón Calderón setzte noch eins drauf: Wir haben den besten Kader weltweit. Wenn wir uns ins Zeug legen, schlägt uns kein Team der Welt. Barça-Manager Txiki Begiristain erhofft sich Hilfe von der Tribüne und lud Rafael Nadal zum Spiel ein. Der Tennisstar ist zwar Real-Fan, aber er hat den Königlichen bislang immer Pech gebracht.


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