Frankfurt/Main - Die deutschen Frauenfußball-Vereine haben ihre Dominanz auf europäischer Bühne vorerst eingebüßt. Nach dem Scheitern des Titelverteidigers 1. FFC Frankfurt und des deutschen Meisters 1. FFC Turbine Potsdam sind die fetten Jahre vorbei.
Zuletzt hatten die Bundesliga-Clubs um die UEFA-Pokal-Trophäe stritten. Wir dürfen nicht glauben, dass es durch die Erfolge der letzten Jahre einfach so weiter geht. Man sieht, dass die anderen Nationen nicht eingeschlafen sind, warnte DFB-Präsident Theo Zwanziger vor Selbstzufriedenheit.
Bei der Vergabe des UEFA-Cups haben die deutschen Teams schon im Halbfinale erstmals seit Einführung des Wettbewerbes in der Saison 2001/02 kein Mitspracherecht mehr. Nach den Triumphen von Frankfurt (2002, 2006) und Potsdam (2005) sind die erfolgsverwöhnten Frauenfußballerinnen diesmal Zaungäste - wie in den Jahren zuvor die anderen Nationen, die stets neidvoll nach Deutschland blickten.
Ich denke, dass wir das als Warnsignal nehmen sollten, uns nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern dass wir dranbleiben und hart arbeiten müssen, sagte Bundestrainerin Sylvia Neid. Ein Fingerzeig, der auch für die DFB-Auswahl gilt, trotz der sicher geschafften Qualifikation für die WM 2007 in China. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch wir haben unsere Baustellen, sagte Neid.
Die europäische Spitze ist enger zusammengerückt. Mannschaften wie der FC Arsenal aus London oder die starken Schwedinnen von Umea IK, Titelträger 2003 und 2004, dominierten ihre Viertelfinalspiele. Potsdam scheiterte dagegen klar an Bröndby Kopenhagen (0:3/2:1), Frankfurt schied gegen den mit neun Nationalspielerinnen gespickten norwegischen Meister Kolbotn IL unglücklich aus (3:2/1:2).
Das ist schade für eine so gute Fußball-Nation. Der UEFA-Cup ist nicht mehr zu unterschätzen, sagte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich, nachdem die bisherigen fünf Endspiele vier Mal mit deutscher Beteiligung über die Bühne gegangen waren - in der Vorsaison hatte es sogar ein rein deutsches Finale zwischen Frankfurt und Potsdam gegeben.
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