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Bayer im UEFA-Cup im Glück, Pech für Eintracht | 2006-10-20


Frankfurt/Brügge - Bayer Leverkusen feierte mit Dusel einen Punktgewinn, Eintracht Frankfurt fühlte sich von Glücksgöttin Fortuna im Stich gelassen: Die Stimmungslage bei den deutschen UEFA-Pokal-Hoffnungen hätte nach dem Gruppen-Auftakt kaum unterschiedlicher sein können.

Während sich bei Bayer nach dem 1:1 beim FC Brügge Aufbruchstimmung breit machte, herrschte in Frankfurt nach der 1:2-Pleite gegen US Palermo und dem Ende der Erfolgsserie von zehn ungeschlagenen Saisonspielen Katerstimmung.

Dieses Spiel wird uns als Mannschaft weiterbringen, sagte Leverkusens Trainer Michael Skibbe. Sportdirektor Rudi Völler befand nach der sehr gegensätzlichen Partie vor knapp 18 000 Zuschauern im Jan-Breydel-Stadion: Das Team hat so reagiert, wie wir uns das vorgestellt haben. In der einer Achterbahnfahrt gleichenden Begegnung hätten die Leverkusener am Ende ebenso 2:1 gewinnen wie 1:4 verlieren können. Den groben Fehlern in der veränderten Abwehrformation ließen die Gäste nach sehenswerten Kontern gute Tormöglichkeiten folgen.

Dass es am Ende nur zu den Treffern von Bernd Schneider (35. Minute) und Brügges Innenverteidiger Philip Clement (46.) reichte, lag auch an beiden Torhütern. Vor allem Hans-Jörg Butt wuchs in kritischen Phasen über sich hinaus und verhinderte einen Rückstand. Er hat drei oder vier Mal super eingegriffen, meinte Skibbe. Wir haben heute das Glück erzwungen. Jeder Einzelne hat sich richtig reingehauen, sagte Mannschaftskapitän Carsten Ramelow.

Der Mittelfeldspieler erkannte einen Schritt nach vorn und forderte vor allem Konstanz. Wir müssen dran bleiben, auch in der Liga. Und wenn wir im UEFA-Cup weiter kommen wollen, müssen wir die beiden Heimspiele gegen Tottenham Hotspur und Besiktas Istanbul gewinnen, sagte er. Die Engländer übernahmen dank eines 2:0-Erfolges in Istanbul zum Auftakt der Gruppe B die Tabellenführung. Das Erreichen der Runde der letzten 32 Teams ist nach Meinung der Bayer-Verantwortlichen Pflicht. Wir wollen ja nicht nur die Gruppenphase überstehen, sondern noch einige Runden mehr, sagte Völler.

Von diesem Anspruch sind die Frankfurter nach der Heimpleite gegen Palermo weit entfernt. Für uns war das ein unglücklicher Ausgang. Wir haben großen Aufwand betrieben und waren dem Sieg näher als der Gegner. Gegen ein solches Klasseteam sind wir noch nicht erfahren genug, resümierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Nachdem Albert Streit (45.+1) die Hausherren vor 45 000 Zuschauern in Führung gebracht hatte, rissen Franco Brienza (49.) und Cristian Zaccardo (87.) die Eintracht aus allen Siegträumen.

Die Gegentore ärgern mich maßlos. Das darf nicht passieren. Wir hatten die Italiener am Rande der Niederlage. Am Ende hat es nicht ganz gelangt, klagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel. Wir haben dumme Tore kassiert, schimpfte Streit, der sich unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nicht nur wegen seines herrlichen Führungstores in den Blickpunkt spielte. Mittelfeldspieler Alexander Meier brachte die Stimmungslage auf den Punkt: Wir sind alle enttäuscht und niedergeschlagen.

Dennoch wollen sich die Hessen auf internationalem Parkett weiter teuer verkaufen. Für uns ist der Europacup zwar nur Zubrot, aber die Sache ist noch nicht gelaufen. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen, sagte Funkel mit Blick auf das zweite Gruppenspiel am 2. November bei Celta Vigo. Im Duell der weiteren Zwischenrundengegner setzte sich Newcastle United gegen Fenerbahce Istanbul mit 1:0 durch.


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