Düsseldorf - Fußball-Deutschland schaut auf das Spitzenspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München, doch im Kampf um den Platz an der Sonne machen sich auch zahlreiche Verfolger berechtigte Hoffnungen.
Der 8. Bundesliga-Spieltag sieht neben dem Nord-Süd- Klassiker im Weserstadion viele interessante Partien vor. Im Fall eines Remis im Gipfeltreffen von Vizemeister Bremen und dem punktgleichen Meister aus München kann sich die halbe Liga Hoffnungen auf den Sprung an die Tabellenspitze machen. Noch nie zuvor sind die Bundesliga-Vereine so dicht zusammengerückt. Zwischen dem Ersten und dem Neunten (Hertha BSC/10 Punkte) liegen gerade einmal drei Zähler.
Ungeschlagen nach sieben Runden sind nur noch der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt. Die Remis-Könige der Liga aus Nürnberg (fünf Unentschieden) und Frankfurt (6) treffen in Frankfurt aufeinander und hoffen auf einen Dreier, der sie weiter nach vorn katapultieren würde. Wichtig ist, dass wir die Lehren ziehen und gegen Nürnberg nicht die Fehler wiederholen, die wir gegen US Palermo gemacht haben. Wir wollen punkten, erklärte Eintracht- Coach Friedhelm Funkel nach dem 1:2 im UEFA-Cup.
Ein Unentschieden hilft vor allem dem Vorletzten Hamburger SV nicht weiter, der als einziger Eliteclub noch ohne einen Sieg in dieser Spielzeit ist. Nach dem bitteren 1:4 in der Champions League beim FC Porto - dem 14. sieglosen Pflichtspiel in Serie - muss ein Erfolg bei Bayer Leverkusen her. Der gebeutelte Trainer Thomas Doll verbindet seine Hoffnung auf den Befreiungsschlag mit der Rückkehr von Regisseur Rafael van der Vaart nach achtwöchiger Verletzungspause. Es ist genau der richtige Zeitpunkt, dass der Kapitän an Bord geht. Rafael kann uns Sicherheit geben in der Phase, in der wir uns befinden, sagte Doll, der beim Wiedersehen mit Bayer-Profi Sergej Barbarez einen Neuanfang plant.
Vor dem Showdown im Weserstadion verzichten beide Seiten auf sonst übliche Sticheleien, der gegenseitige Respekt ist groß. Bayern-Boss Franz Beckenbauer sieht sogar einen kleinen Vorteil beim Gegner, weil Werder in Spielmacher Diego über den perfekten Fußballer verfüge. Er ist Brasilianer, und die Brasilianer können bekanntlich besser Fußball spielen. Ich meine sogar, der Unterschied zwischen Bayern und Bremen ist derzeit Diego, sagte Beckenbauer. Nach den Siegen in der Champions League gehen beide Teams mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Ich glaube schon, dass man uns in einem Atemzug mit den Bayern nennen kann, sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs.
Bayern-Trainer Felix Magath freut sich, dass nach dem 1:0 in Lissabon in der Königsklasse nun auch in der Liga ein Top-Gegner wartet. Es ist für uns einfacher, gegen eine gute Mannschaft zu spielen, die auch in der Champions League ist und nicht unter der Woche die Beine hochlegen konnte, sagte Magath, dessen Elf nach internationalen Auftritten schon zwei Mal (in Bielefeld und Wolfsburg) ein böses Erwachen erlebte. Keeper Oliver Kahn glaubt, dass es heiß zur Sache gehen wird, und versprach: Wir werden einen Tick aggressiver nach Bremen fahren als in den letzten Jahren.
Im Vorderfeld will sich der mit dem Spitzenduo punktgleiche FC Schalke 04 weiter positionieren. Dem 2:1 in Hamburg soll ein Heimsieg gegen die in vier Spielen unter Dieter Hecking ungeschlagene Elf von Hannover 96 folgen. Wir können uns oben festsetzen, und das wollen wir auch, sagte Schalke-Coach Mirko Slomka, der aber noch um einige angeschlagene Leistungsträger bangt. Nach drei Auswärtspleiten in Serie könnte sich auch der Tabellen-Fünfte Borussia Mönchengladbach mit einem Sieg in Berlin für längere Zeit in der Spitzengruppe festsetzen. Ich bin optimistisch, sagte Trainer Jupp Heynckes.
Auf der Gegenseite hofft Kollege Falko Götz trotz des Ausfalls von Torjäger Christian Gimenez auf den dritten Heimsieg und die Ideen des zurückkehrenden Spielmachers Yildiray Bastürk. Er wird spielen, so lange ihn die Füße tragen, sagte Götz. Sorgenfrei geht das Überraschungsteam von Alemannia Aachen in das Aufsteiger-Duell mit Energie Cottbus. Dennoch warnt der Coach des Tabellen-Vierten, Michael Frontzeck: Das wird ein unangenehmes Spiel.
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