Dortmund - Borussia Dortmund hat den Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk kam im Revier-Derby gegen den VfL Bochum zum Auftakt des achten Spieltages nur zu einem 1:1 (1:1).
Ausgerechnet die Kellerkinder vom VfL Bochum haben dem BVB den erhofften Sprung an die Tabellenspitze verwehrt. Durch das Unentschieden schafften die Bochumer ein kleines Erfolgserlebnis im Abstiegskampf und beendeten vorerst die nach dem 0:6-Debakel gegen Werder Bremen entbrannte Diskussion um die Zukunft von Trainer Marcel Koller. Die enttäuschenden Dortmunder vergaben zum vierten Mal in dieser Saison die Chance, erstmals nach vier Jahren zumindest für eine Nacht wieder auf den ersten Rang zu klettern.
Der Grieche Theofaris Gekas hatte den lange Zeit überlegenden Aufsteiger, der Tabellenletzter blieb, in der 30. Minute in Führung gebracht. Fünf Minuten später glich der Pole Ebi Smolarek für die insgesamt enttäuschenden Dortmunder aus.
Dortmunds Trainer Bert van Marwijk setzte auf die Mannschaft, die fünf Tage zuvor in Cottbus (3:2) gewinnen konnte. Seine Spieler rechtfertigten das Vertrauen aber diesmal nicht. Bei Bochum rückte nach der Bremen-Pleite Oliver Schröder für David Pallas auf die rechte Abwehrseite. Im Tor musste Koller den verletzten Peter Skov-Jensen durch Alexander Bade ersetzen.
Zur Überraschung der 75 100 Zuschauer in Dortmund erwischten die Bochumer den deutlich besseren Start und zeigten mit großer Lauf- und Zweikampfstärke die von Koller geforderten Tugenden. Gerade Gekas (2./9.) sorgte für Gefahr im Dortmunder Strafraum. Mit klaren Feldvorteilen dominierte der VfL weiter das Geschehen und ließ die Bremen-Pleite schnell vergessen. Die Dortmunder hingegen zeigten die schlechteste Heimvorstellung der Saison und mussten sich schon nach 20 Minuten erste Pfiffe der eigenen Fans anhören.
Gerechte Konsequenz war die Bochumer Führung durch Gekas, der einen der vielen Fehler des Doppeltorschützen aus dem Cottbus-Spiel, Markus Brenzska, konsequent ausnutzte und nach einem Solo vollendete. Erst danach schaltete Dortmund den Vorwärtsgang ein. Dem immerhin emsigen Alexander Frei (25./29.) boten sich zwei Chancen. Der Schweizer spielte auch Smolarek frei, dem der schmeichelhafte Ausgleich gelang. Es ist enttäuschend. Ich kann es mir nicht erklären. Wir können glücklich sein, dass es unentschieden steht, sagte der verletzte Dortmunder Nationalspieler Sebastian Kehl zur Halbzeit.
Die von Kehl erhoffte Besserung ließ auch in der zweiten Halbzeit auf sich warten. Bochum schaltete nach zwei Chancen des Brasilianers Fabio Junio (47./50.) deutlich zurück und konzentrierte sich auf Ergebnissicherung. Den Dortmundern fehlten die spielerischen Mittel, um gegen den Aufsteiger entscheidend Druck ausüben zu können. Auch die Einwechslung des zuletzt verletzten Nelson Valdez als drittem Stürmer nutzte nichts. Fast jede Aktion wurde von den eigenen Fans mit Pfiffen quittiert.
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