Bielefeld - Nach sieben erfolglosen Spielen in Serie ist den Spaßfußballern des FSV Mainz 05 die Leichtigkeit des Siegens abhanden gekommen. Unsere Situation hat sich verschärft. Das ist Abstiegskampf, da brauchen wir von nichts anderem zu träumen, sagte Trainer Jürgen Klopp nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Arminia Bielefeld.
Mit nur einem Sieg aus den ersten acht Begegnungen haben sich die Rheinhessen vorerst in der Abstiegszone festgesetzt. Da gibt es überhaupt nichts zu verniedlichen. Aber ärgerlich ist, dass wir gegen Mitkonkurrenten wie Aachen, Cottbus oder jetzt Bielefeld verloren haben, befand der Mainzer Clubchef Harald Strutz.
Dabei waren die Gäste auch in der SchücoArena nicht die hoffnungslos unterlegene Mannschaft. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die fehlen, aber die fehlen dann eben, meinte Klopp. Wie in der entscheidenden Szene in der 72. Minute: Nach einem Eckball von Jörg Böhme gelang Bielefelds Innenverteidiger Heiko Westermann der Siegtreffer. Bis dahin sei die Partie, so Klopp, völlig offen gewesen. Aber dann läuft man dem Gegentor hinterher und verliert die Ordnung, sagte der Mainzer Trainer. Am Ende hätte es gar 0:3 ausgehen können, wenn die Arminen Ioannis Masmanidis oder Sibusiso Zuma ihre großen Chancen besser genutzt hätten.
Für Trainer Klopp, der am Abend zuvor gemeinsam mit Johannes B. Kerner und Urs Meier für die ZDF-Moderation bei der Fußball-WM mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden war, hat damit nach der großen Showbühne im Sommer wieder der nervenaufreibende Existenzkampf begonnen. Das ist doch keine neue Situation. Aber wir haben es schon häufig geschafft, damit ordentlich umzugehen, meinte der Mainzer Coach. Auch Clubchef Strutz verfiel nach der dritten Niederlage aus den letzten fünf Spielen nicht gleich in Panik. Wir befinden uns in einer Situation, die wir nicht wollten. Das ist nicht angenehm, aber auch nicht bedrohlich, sagte der Mainzer Präsident.
Die Bielefelder hingegen haben sich mit der kleinen Serie von drei Spielen nacheinander ohne Niederlage der größten Sorgen zunächst einmal entledigt. Die elf Punkte, die wir haben, sind okay. Aber das befriedigt uns in keiner Weise, sagte Arminias Trainer Thomas von Heesen nach dem zähen Spiel. Grund zur Freude hatte vor allem der umjubelte Abwehrspieler Westermann nach seinem ersten Saisontreffer. Dafür bin ich da, auch vorne mal einen zu machen. Aber beim nächsten Mal schießen die Stürmer wieder drei Tore, so der 23-Jährige. Mit einem weiteren Heimerfolg gegen Alemannia Aachen am kommenden Sonntag wollen die Ostwestfalen eine perfekte Woche beschließen. Dann sieht die Welt für uns wieder sehr gut aus, meinte Rüdiger Kauf, der in seinem 100. Bundesliga-Spiel die Kapitänsbinde tragen durfte.
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