Wolfsburg - Gut gespielt, ein Tor geschossen und dennoch unzufrieden: U21-Nationalspieler Mario Gomez trauerte nach dem 1:1 (1:1) des VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg seinen vergebenen Großchancen nach, die den dritten Auswärtssieg der Schwaben in der noch jungen Saison verhinderten.
Bei der ersten hätte ich abspielen müssen, dann hat Simon Jentzsch zwei Mal glänzend gehalten, sagte der 21 Jahre alte Angreifer enttäuscht, obwohl er mit fünf Treffern aus den vergangenen fünf Partien einen glänzenden Lauf hat.
Auch VfB-Trainer Armin Veh raufte sich die Haare. Zu hart ins Gericht ging er mit seinem verhinderten Matchwinner aber dennoch nicht. Wenn Mario ein bisschen älter ist, macht er solche Dinger auch rein, sagte der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer und ergänzte: Meine junge Mannschaft kann nicht überall gewinnen. Auch mit dem einen Punkt können wir gut leben. Zu Recht. Der VfB liegt nach dem achten Spieltag auf Tuchfühlung zu den internationalen Startplätzen, was der neu formierten Elf vor Saisonbeginn nicht unbedingt zugetraut worden war.
Auch in Wolfsburg demonstrierten die Schwaben, warum sie in der Fremde momentan so stark sind. Die Abwehr steckte den verletzungsbedingten Ausfall von Fernando Meira fast nahtlos weg. Und nach vorn ging mit gefälligen Spielzügen einige Male gefährlich die Post ab, auch wenn manches hin und wieder daneben ging. Man muss auch mal demütig sein. Wir haben heute einen Punkt gewonnen, bestimmte Manager Horst Heldt den Stellenwert des Unentschiedens.
Trotz der verschenkten zwei Zähler liegt der VfB nach knapp einem Viertel der Saison durchaus im Soll. Woran es noch hapert, ist die magere Heimbilanz von nur einem Sieg aus vier Partien. Die soll am nächsten Samstag gegen Schalke 04 unbedingt aufgebessert werden. Jetzt müssen wir zu Hause endlich mal richtig nachlegen. Sonst bringen uns die guten Auswärts-Ergebnisse nicht wirklich weiter, forderte Gomez.
Vergleichbare Kampfansagen waren auch von den Wolfsburgern immer wieder zu hören. Wirklich eingehalten haben sie sie nur beim einzigen Saisonsieg, dem 1:0 gegen Bayern München. Wie in jener Partie besorgte auch diesmal Mike Hanke das einzige Wolfsburger Tor. Zum Sieg reichte der von 21 927 Zuschauern bejubelte Treffer in der 26. Minute aber nicht, weil Stuttgart schon fünf Minuten später eiskalt zurück schlug. Wir haben nach der Führung Harakiri gespielt statt abwartend zu agieren. Das hat der VfB bestraft, schimpfte VfL- Trainer Klaus Augenthaler.
Der verpasste zweite Saisonsieg hat Auges Position nicht eben gestärkt, wirklich geschwächt aber auch nicht. Wir hätten zum jetzigen Zeitpunkt schon mit 13 oder 14 Punkten da stehen können. Die Tabelle hat momentan noch keine wirkliche Aussagekraft, meinte der 49-Jährige trotz der bedenklichen Zwischenstation im Tabellen-Keller. Immerhin setzte seine Elf einige spielerische Ansätze, die auch in Torchancen mündeten. Das war bei der schwächsten Offensive der Liga bislang nur selten der Fall. Davon muss mehr kommen. Dann schaffen wir es da unten auch wieder heraus, glaubt Hanke.
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