Saarbrücken - Das Arbeitszeugnis der Kicker vom FSV Mainz 05 fiel nach dem Scheitern in der 1. Pokalrunde beim 1. FC Saarbrücken schlecht aus. Das Aus beim Zweitliga-Absteiger für die im Oberhaus noch unbesiegten Rheinhessen war ein Dämpfer.
Wir hatten uns für den Pokal viel vorgenommen. Das vertagen wir aufs nächste Jahr, kommentierte Trainer Jürgen Klopp die magere Vorstellung mit Sarkasmus. Jetzt haben wir mehr Zeit für die Bundesliga, auch wenn wir das nicht wollten, grollte auch Manager Christian Heidel.
Klopps Zorn richtete sich in erster Linie aber nicht gegen seine Mannschaft, sondern gegen Schiedsrichter Günter Perl (München). Vor dem 1:0 wurde Edu gefoult, kurz vor Schluss spielt Hajdarovic den Ball klar mit der Hand. Nur Fangen ist noch deutlicher, zürnte der 39-Jährige und monierte, Perl habe zu viel Einfluss auf die Partie genommen. Klopp wusste, dass der verständliche Ärger nur die halbe Wahrheit war.
Mit Ralph Gunesch für den operierten und am Spielfeldrand mitfiebernden Nationalspieler Manuel Friedrich (Es ist Mist, wenn man nicht eingreifen kann) und Stürmer Edu in der Startelf fanden die Mainzer wenig geeignete Mittel, die Defensive des 1. FC Saarbrücken aus den Angeln zu heben. Vor der Pause versuchten es die 05er mit langatmigem Passspiel, danach mit der Brechstange. Spielerische Finesse ließen vor allem die Kreativköpfe Mimoun Azaouagh und Markus Feulner vermissen.
Wenn eine Regionalliga-Spitzenmannschaft - und das sind die Saarbrücker - mit Mann und Maus hinten drin steht und wir unsere großen Chancen nicht nutzen, dann wird es schwierig, befand Klopp. Marco Rose kreidete sich und den Mitspielern an, in der zweiten Halbzeit nicht aktiver gewesen zu sein. Positiv sah Klopp, dass die Mannschaft den Pokal-K.o. vermeiden wollte und sich Chancen erarbeitete. Wir sollten jetzt nicht so tun, als sei das Scheitern ein Weltuntergang, relativierte Klopp die Niederlage. Schon im nächsten Bundesliga-Auswärtsspiel beim Aufsteiger Energie Cottbus könne sich der Schock als heil- und lehrreich erweisen.
Der saarländische Zweitliga-Absteiger feierte dank des Siegtreffers von Charles Haffner (42.) unter tätiger Mithilfe von Du- Ri Cha (Ich habe ihm den Ball ans Knie geschossen) Auferstehung und Versöhnung mit dem Publikum. Der misslungene Saisonstart des selbst ernannten Aufstiegskandidaten in der Regionalliga mit Platz sieben nach sechs Partien schwächte bereits die Position von Trainer Michael Henke. Unser Konzept ist aufgegangen. Nur mit einer starken Defensive war die Sensation möglich, sagte der in der Vorsaison beim Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gescheiterte Coach.
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