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Löw warnt vor neuen Terminen | 2006-09-14


Berlin - Joachim Löw hat eindringlich vor einer weiteren Ausweitung des Spielplans durch den Liga-Pokal gewarnt. Schon jetzt würden vor allem die Nationalspieler längst an Grenzen stoßen.

Diese geballte Fülle von Spielen tut nicht gut, dem Fan nicht und nicht den Spielern. Es leidet die Qualität, erklärte der Bundestrainer angesichts der Ballung von Meisterschafts-, Europacup- und Länderspielen. Dabei würde es nicht darum gehen, dass sich die Vereine und die Nationalmannschaft gegenseitig Vorwürfe machen müssten. Aber es geht darum, dass man jetzt auch noch den Liga-Pokal ausweiten möchte auf 16 Mannschaften und Termine bis über Weihnachten. Da frage ich mich: Wohin soll das führen?, sagte Löw in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker.

Tatsache sei schon jetzt: Wenn man den ganzen Rahmen-Terminkalender sieht, findet man kaum einen Tag, der nicht verplant ist, betonte Löw. Aber die Profis, gerade die jungen, würden auch mal eine richtige Trainingswoche benötigen statt von Spiel zu Spiel zu hetzen. Da mache ich mir schon Gedanken über den Gesundheitszustand. Nicht nur für seine Bundesliga-Kollegen, sondern auch für ihn selbst sei die Situation in Hinblick auf den kommenden Höhepunkt EM 2008 unbefriedigend. Ich würde mir auch wünschen, mit der Mannschaft mal ein richtiges Trainingslager zu absolvieren, meinte der Bundestrainer. Aber jetzt sehe es so aus, dass er bis zur Europameisterschaft keine Möglichkeit habe, einmal intensiv mit den Spielern zu arbeiten.

Löw will seine Vorstellungen nicht gegen die Bundesliga oder die FIFA und UEFA durchboxen. Über die Termingestaltung muss man sich generell Gedanken machen, unterstrich der Bundestrainer, der dieses Thema auch beim jüngsten Trainerkongress in Berlin angesprochen hatte. Jetzt will er darüber auch im neu gegründeten Kompetenzteam des deutschen Fußballs reden, das wahrscheinlich Ende des Monats erstmalig zusammenkommen soll. Unter Vorsitz von Nationalmannschafts- Manager Oliver Bierhoff gehören diesem Gremium auch Löw, DFB- Sportdirektor Matthias Sammer sowie weitere Vertreter des Verbandes und der Liga an. Es geht vor allem um ein neues Gesamtkonzept für den deutschen Spitzenfußball.

Der Bundestrainer selbst arbeitet derzeit mit den Kollegen der A-Nationalmannschaft an einem solchen Gesamtkonzept, verriet Löw in Berlin. Parallel dazu entwickelt Sammer eine Gesamtstrategie für den DFB und betonte: Das ist ganz klar mein Job. Löw will das Spielkonzept der Nationalmannschaft, das seit der Amtszeit von Jürgen Klinsmann auf Offensive, Mut und Tempo beruht, auf alle Ausbildungsmannschaften des DFB übertragen. Sportpsychologie, Leistungsdiagnostik, Leistungstests sind weitere Elemente, die schon im Nachwuchs Anwendung finden sollen.

Ziel ist es, diese Philosophie bis an die Basis zu bringen, sagte Löw, der das Konzept Sammers größtenteils kennt. Einige Male, so Löw, haben der Bundestrainer und der Sportdirektor miteinander gesprochen. Aber was das für den Verband zukunftsweisende Thema anbelangt, haben wir alles auf Ende September vertagt.


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